Bewegung trotz Querschnittlähmung

Das Forschungsprojekt soll eine Übertragung von Bewegungssignalen an periphere Nerven der Extremitätenmuskulatur realisierbar machen. Dafür sollen die Signale im Gehirn mittels EEG registriert und ein Mapping der Hirnrinde ermöglicht werden. Für die Generierung der Signale wird ein Trainingsprogramm erstellt, die Verarbeitung der Signale wird erforscht und dafür eine eigene Analysesoftware entwickelt. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Bewegungsmuster erstellt. Erste Messungen mit einem EEG-Gerät wurden an Probanden aus den eigenen Reihen der Forscher bereits durchgeführt.

Die messtechnische Verwertung von Biosignalen ist nicht einfach. Es müssen geeignete Analyseverfahren ausgewählt, umgesetzt und gleichzeitig Trainingsprogramme für Probanden konzipiert werden. Auch „richtiges Denken“ muss erlernt werden. Wichtig sind reproduzierbare Hirnaktivitäten, welche eine automatisierte Erkennung durch Algorithmen erlauben und eine verlässliche Identifikation ermöglichen. Die richtige Aktion basiert auf definierten Gedanken.

Die wissenschaftlichen Arbeiten werden Nachwuchsforscher mit Unterstützung von erfahrenen Wissenschaftlern der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), des Fraunhofer IWU und der Uniklinik Leipzig durchführen. Das Nachwuchsforscherteam ist hoch motiviert und die jungen Wissenschaftler streben im Rahmen des Projektes auch ihre weitere persönliche Qualifikation (Promotion) im Zuge eines kooperativen Promotionsverfahrens an Universität Leipzig an.

Seitens der WHZ werden die Nachwuchsforscher durch ein interdisziplinäres Team von sieben Professoren der Fakultäten Physikalische Technik/ Informatik und Elektrotechnik organisatorisch unterstützt sowie wissenschaftlich begleitet. Folgende Professoren sind an diesem Projekt beteiligt: Prof. Ralf Hinderer (Projektleiter), Prof. Jens Füssel, Prof. Leonore Heiland als Professoren der Biomedizinischen Technik, Prof. Silke Kolbig, Prof. Stefan Scherf, Prof. Markus Seidel als Professoren der Fachgruppe Mathematik sowie Prof. Matthias Richter (Fakultät für Elektrotechnik).

Für den Prorektor für Forschung der WHZ, Prof. Christian Busch ist das neue Projekt ein wichtiger Schritt. „Wir freuen uns, dass wir eine weitere Nachwuchsforschergruppe an der WHZ etablieren konnten. Das Projekt trägt zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Zwickau bei und untermauert die langjährige, gute Zusammenarbeit mit unseren Forschungspartnern Fraunhofer-IWU und Universitätsklinikum Leipzig.“

Dr. Ronny Grunert hat als ehemaliger Student der WHZ und jetziger Mitarbeiter des Fraunhofer-Institutes mit seiner Promotion an der Uni Leipzig und der intensiven Zusammenarbeit mit Dr. Dirk Winkler die Brücke für dieses Projekt geschlagen. Prof. Welf-Guntram Drossel, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU freut sich über die neue Zusammenarbeit. „Die Nachwuchsforschungsgruppe ist ein strategisch und inhaltlich wichtiges Resultat unseres Netzwerkes Kinetek und der Zusammenarbeit des Fraunhofer IWU mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau sowie der Universitätsklink Leipzig, speziell dem gemeinsam betriebenen Zentrum zur Erforschung der Stütz- und Bewegungsorgane. Die Standorte Dresden, Zwickau und Leipzig stellen damit ihre gemeinsamen Kompetenzen im Bereich der Medizintechnik eindrucksvoll unter Beweis. Sie sichern sich damit auch für zukünftige Forschungsaufgaben ihre Position in der Forschungs- und Wissenschaftslandschaft innerhalb Sachsens und über die Landesgrenzen hinweg.“

Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt hat ein Volumen von 1,2 Millionen Euro und wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Projektträger ist die Sächsische Aufbaubank.

Die Nachwuchsforscher im Einzelnen sind: M.Sc. Dominik Wetzel (Informatik), M.Eng. Marcus Löffler (Biomedizintechnik), M.Eng. Nico Spahn (Biomedizintechnik), M. Sc. Martin Heilemann (Physik), Dipl.-Med. Cornelia Matzke (Medizin), B.Eng. Eileen Stark (Biomedizintechnik).

(EEG = Elektroenzephalografie)

Scroll to Top