Betreutes Wohnen im Alter

(djd). Deutschland altert. Immer weniger junge Menschen müssen sich in Zukunft um immer mehr Alte kümmern. So wird nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2060 rund jeder siebte Deutsche 80 Jahre oder älter sein. Da viele der künftigen Alten kinderlos sind und die Anforderungen des Arbeitsmarkts den Jungen immer weniger Zeit zum Kümmern lassen, bedeutet das eine riesige Herausforderung für die Betreuungssysteme. Schon heute zeichnet sich deshalb eine Entwicklung zu neuen Wohnformen für Senioren ab, etwa WGs, Wohnen gegen Hilfe oder Mehrgenerationenhäuser.

Wohnen mit Service

Besonders häufig sind sogenannte Seniorenimmobilien, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Mitbürger ausgerichtet sind. Im Unterschied zu klassischen Alten- und Pflegeheimen soll beim „Betreuten Wohnen“ ein weitgehend selbstständiges Leben im eigenen Haushalt ermöglicht werden. Das umfasst eine barrierefreie Wohnung sowie einen breiten Service aus verschiedenen Grund- und Wahlleistungen. Doch gibt es in diesem Bereich rechtlich noch viel Unsicherheit. „Während Pflegeeinrichtungen den Heimgesetzen von Bund und Ländern unterliegen, gibt es für das ‚Betreute Wohnen‘ bisher noch keine bundes- oder zivilgesetzliche Definition“, erklärt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. „Man sollte deshalb darauf achten, dass die Wohnanlage die Standards der DIN 77800 erfüllt. Diese – nicht rechtsverbindliche – Norm regelt die Anforderungen an die Immobilie sowie den Umfang der gebotenen Betreuungsleistungen.“ Mehr Informationen dazu auch unter http://www.ivmieterschutz.de im Internet.

Leistungen nach Bedarf

Zu den Grundleistungen bei dieser Wohnform zählt etwa ein jederzeit zu erreichender Hausnotruf, mit dem im Ernstfall Hilfe schnell zur Stelle ist. Auch Reinigung und Pflege der Wohnanlage, Gemeinschafts- und Versorgungsräume, Beratung, Information sowie soziale und kulturelle Angebote gehören dazu. Als Wahlleistungen sollten beispielsweise Verpflegung, Hilfe beim Putzen und Einkaufen, Bringdienste und natürlich Pflegeleistungen zur Verfügung stehen.

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