Best Practices in der Arztpraxis

Was machen besonders erfolgreiche Ärzte anders als ihre Kollegen, deren Ergebnisse eher durchschnittlich sind? Die Erklärungsansätze hierzu sind vielfältig und münden oftmals in Aspekte tiefgreifender unternehmerischer Unterschiede. Doch Detailanalysen zeigen, dass die Synergie aus „Bodenständigem“, systematisch umgesetzt, den Vorsprung begründen.

Was macht erfolgreich?
Was sind die „Geheimnisse“ überdurchschnittlich erfolgreicher Arztpraxen? Landläufig wird davon ausgegangen, dass der Unterschied in einer Vielzahl von Privatpatienten, intensivem – u. U. sogar exzessivem – IGeL-Verkauf, aggressivem Marketing oder der Praxisgröße zu suchen ist. Doch weit gefehlt!

Die Details entscheiden
Wertet man Praxisanalysen in Bezug auf die Praxismanagement-Merkmale aus, die besonders erfolgreiche Praxisbetriebe von anderen unterscheiden, so sind die Best Practices vor allem auf den ersten Blick eher unscheinbare Verfahren, Regelungen und Verhaltensweisen, die den Unterschied – das entscheidende Plus – begründen. Die Basis erfolgreicher Praxisführung lässt sich durch ca. zweihundert Management-Merkmale aus den Bereichen „Planung“, „Patientenmanagement“, „Marktforschung“, „Organisation“, „Corporate Identity“, „Marketing“, „Führung“, „Zusammenarbeit“, „Selbstmanagement“ und „Finanzmanagement“ beschreiben. Sie machen ein umfassend-professionell gestaltetes und strategisch orientiertes Praxismanagement aus.

Bekannt, aber nicht umgesetzt
„Aber so arbeiten wir doch auch!“, argumentieren manche Praxisinhaber, wenn sie ihr Praxismanagement mit der Best Practice-Referenz vergleichen. Doch es reicht beispielsweise nicht aus, ab und an eine Aufgabe zu delegieren, sondern das Prinzip muss – wie es für alle Praxismanagement-Merkmale gilt – umfassend berücksichtigt, systematisch kombiniert und vor allem konsequent umgesetzt werden. Erst dann entstehen auch Synergien aus dem Zusammenwirken der Instrumenten Regelungen und Verfahren.

Abgelehnt, aber nicht ausprobiert
„Brauche ich nicht!“, „Geht nicht!“, „Bringt doch nichts!“, „Machen andere doch auch nicht!“: bei der Durchsprache einzelner Instrumente und Verfahren reagieren viele Ärzte aber auch mit Unverständnis und Ablehnung, z. B. hinsichtlich der Nutzung von Best Practice-Prinzipien wie „Teambesprechung“ oder „Zielbildung“. Doch genau diese Grundhaltung führt zu der teilweise eklatanten Diskrepanz zwischen Praxisbetrieben mit einer sehr guten und solchen mit einer nur durchschnittlichen Performance. Denn die meisten Dinge haben die Zweifler – so die Erkenntnis vertiefender Befragungen – nie in der eigenen Praxis ausprobiert.

Quelle: http://bit.ly/QfNs6P

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