Bessere Mediziner für bessere Gesundheitsforschung

Eine alternde Gesellschaft, neue Infektionserkrankungen, multiresistente Keime – die aktuellen Probleme in der Gesundheitsversorgung in Deutschland können nur durch medizinischen Fortschritt gelöst werden. Medizinischer Fortschritt gelingt nicht ohne klinische Forschung. Klinische Forschung braucht gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, die sich für die Wissenschaft begeistern. Begeisterung für die Wissenschaft lässt sich nur aufrechterhalten, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen. Dies ist jedoch in der deutschen Hochschulmedizin nicht die Regel. Wie dringend Lösungsansätze benötigt werden und wie diese aussehen können, wurde auf dem Symposium „Clinician Scientists – Karriereförderung und -strukturen“ der Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) am 24. und 25. Oktober am Clinical Research Center (CRC) in Hannover gemeinsam mit Gästen aus Politik und Wissenschaft dargestellt.

Um den medizinischen Nachwuchs für den Weg in die Forschung zu begeistern, müssten die deutschen Universitätskliniken dringend Karrierewege ebnen und diesen Berufsweg attraktiver machen, lautete die einhellige Forderung. Damit liegen die IFB ganz auf der Linie des Wissenschaftsrates. Der Vorsitzende des Bereiches Medizin, Professor Hans-Jochen Heinze, stellte die erst am Montag veröffentlichten, aktuellen Empfehlungen für die Bundesregierung zu den Perspektiven der Universitätsmedizin in Deutschland auf dem IFB-Symposium in Hannover erstmals zur Diskussion. „Die klinische Forschung ist das wissenschaftliche Fundament, um das Gesundheitssystem kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagte Heinze.

Diese Einschätzung des Wissenschaftsrates teilen die IFB, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt rund 400 Millionen Euro gefördert werden. Dabei stellten die Vertreter der acht Modellzentren mit jeweils unterschiedlichen medizinischen Schwerpunkten vor, wie sie ihre klinischen Forscherinnen und Forscher konkret motivieren und unterstützen – und damit ein attraktives Umfeld für klinische Spitzenforschung schaffen. Zu den Angeboten an den wissenschaftlichen Nachwuchs gehören etwa Mentoring-Programme mit individueller Karriereberatung, Weiterbildungsangebote durch spezielle Kurse und Seminare, finanzielle Förderung bei der Teilnahme an Kongressen, die Hilfe bei der Freistellung aus dem Klinikalltag für „Forschungsauszeiten“ innerhalb oder nach der Promotion, Unterstützung bei Drittmittelanträgen bis zur Finanzierung eigener Forschungsprojekte.

Und die guten Ideen aus den IFB wirken sich auch auf den jeweiligen Standort aus. Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) habe bereits einiges an der Hochschule verändert, betonte MHH-Präsident Professor Christopher Baum: „Wir haben an der MHH inzwischen eine starke Kultur der Karriereförderung, die eindeutig initiiert wurde durch das IFB-Tx“.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Hermann Haller, Sprecher des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Transplantation (IFB-Tx) in Hannover, haller.hermann@mh-hannover.de, und bei Professorin Dr. Dr. Anette Melk, Leiterin der Karriereentwicklung IFB-Tx, melk.anette@mh-hannover.de.

Informationen über die Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren erhalten Sie unter www.ifb-portal.de oder bei Kirsten Pötzke, IFB-Tx Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon (0511) 532-3920, poetzke.kirsten@mh-hannover.de.

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