Bessere Heilungsverläufe durch neuartige responsive Verbände

Im Rahmen der BacterioSafe Studie arbeiten die Forscher der Physikalischen Chemie dazu mit zehn weiteren Forschungszentren und Industriepartnern aus Großbritannien, Finnland, Irland, Belgien, Australien und Deutschland zusammen, unter anderem auch mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung und der Universitätsmedizin Mainz. Die Studie ist auf vier Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union mit 3,4 Millionen Euro gefördert.
„Wir entwickeln eine neuartige Oberfläche für Verbandsmaterialien, die eine auftretende Keimbesiedlung in Form einer Farbänderung anzeigt und gleichzeitig die Freisetzung von keimabtötenden Agenzien ermöglicht“, erklärt Dr. Renate Förch, Leiterin des Projekts und Wissenschaft-lerin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Dadurch können mögliche Infektionen bei Brandwunden, die vor allem bei Kindern kritisch sind, frühzeitig erkannt werden.
Dabei müssen die Forscher zunächst die biologischen Mechanismen pathogener Keime untersuchen und identifizieren, welche die Freisetzung der Farbstoffe und antibakteriellen Lösungen erlauben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem problematischen Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, der immer wieder neue Resistenzen auf Antibiotika zeigt, und auf Pseudomonas aeroginosa, der besonders bei Brandwunden zu schweren Infektionen führen kann.
„Ein vielversprechender Ansatz zur Oberflächenmodifikation der Verbandsmaterialien beruht auf Nanokapseln, die aus sogenannten Blockcopolymeren hergestellt werden. Dazu entwickeln wir an der Universität Siegen neuartige Polymere und untersuchen mit hochauflösenden Mikroskopiemethoden die stimulierte Abgabe von Farbstoffen und Wirkstoffen aus solchen Kapseln“, erläutert Professor Dr. Holger Schönherr (Fakultät IV, Physikalische Chemie) die Hauptaufgaben des Siegener BacterioSafe Teams in der Entwicklungsarbeit.
Noch liegen dreieinhalb Jahre Entwicklungsarbeit im Rahmen der BacterioSafe Studie vor dem Forscherteam, jedoch stimmen die ersten Resultate sehr zuversichtlich, die hochgesteckten Ziele zu erreichen.
Um eine erste Zwischenbilanz der bisherigen halbjährigen Arbeiten zu ziehen, treffen sich vom 18. bis 21. Januar 2011 dreißig internationale Forscherinnen und Forscher des Projekts auf Burg Schnellenberg in Attendorn.

Kontakt:
Universität Siegen
Fak. IV, Physikalische Chemie
Prof. Dr. Holger Schönherr
Tel.: 0271 / 740-2806
schoenherr@chemie.uni-siegen.de

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