Bessere Diagnostik und Therapie bei Tinnitus

Zwischen dem DZM e.V. und dem Fraunhofer IDMT wurde im Rahmen des Medienprojekts „Medienbasierte Musikinstrumente in der Musiktherapie“ eine gemeinsame Forschungskooperation vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und klinische Überprüfung einer „Musiktherapie-App“ für iPhones. Die Applikation soll zukünftig zur Diagnostik und musiktherapeutischen Behandlung von tonalem und rauschendem Tinnitus eingesetzt werden und zur Verbesserung der Lebensqualität von Tinnitus-Patienten beitragen.

Mit Tinnitus werden Störgeräusche beim Hören bezeichnet, die von Patienten ohne äußere, akustische Reize wahrgenommen werden. Die bisher bestehenden Möglichkeiten zur akustischen Messung, Darstellung und Diagnose dieser Geräusche sollen mit der Musiktherapie-App sehr viel intuitiver und konkreter erfolgen. Darüber hinaus kann die App in der Neuro-Musiktherapie zum Einsatz kommen. Über die bewusste Auseinandersetzung der Ohrgeräusche in Verbindung mit Musik werden bei Tinnitus-Patienten die betroffenen Hirnareale zielgenauer therapeutisch stimuliert. Die Experten der Tinnitusambulanz am DZM erhoffen sich durch diese Neuentwicklung, die Behandlungserfolgsquote von bisher rund 80% der Patienten weiter verbessern zu können.

Das Fraunhofer IDMT zeichnet sich im Rahmen des Projekts für die Entwicklung und Programmierung der musiktherapeutischen Applikation verantwortlich, während das DZM e.V. sein Know-how und seine langjährige Erfahrung im Bereich der Musiktherapieforschung in die praktische Umsetzung der App einfließen lässt. Der Zugewinn an Fachkompetenz durch das Fraunhofer IDMT werde – so der Geschäftsführende Vorstand des Heidelberger Zentrums, Prof. Dr. Hans Volker Bolay – von allen Partnern des Forschungsverbundes begrüßt. Möglicherweise eröffnen sich auch in anderen klinisch-musiktherapeutischen Anwendungsfeldern, wie z. B. Cochlea-Implantat-Trägern in der Frührehabilitation, neue Perspektiven.

Weitere Informationen sowie Kontakt- und Informationsmöglichkeiten für Tinnituspatienten:

Akuter Tinnitus (Studienteilnahme):
Geräusche bestehen kürzer als 3 Monate und haben sich trotz Behandlung des HNO-Arztes nicht zurück gebildet (Pfeifen, Rauschen oder beides)
Telefon: 06221-79 63 961 montags bis freitags von 09.00 – 12.00 Uhr
E-Mail: miriam.grapp@dzm-heidelberg.de

Chronischer Tinnitus:
Geräusche bestehen länger als 3 Monate (Pfeifen, Rauschen oder beides)
Telefon: 06221-79 63 101, montags und mittwochs von 08.30 – 16.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 08.30 – 12.30 Uhr
E-Mail: tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Weiterbildung unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation erkrankter Menschen.
Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

Abdruck honorarfrei/Belegexemplar erbeten

Weitere Informationen:
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
Maaßstraße 32/1
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 83 38 74
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de
Internet: www.dzm-heidelberg.de

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