Besondere Leistungen herzchirurgischer Forschungsaktivitäten gewürdigt

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hat auf ihrer Jahrestagung in Freiburg Mitte Februar die besonderen Leistungen von zehn Ärzten des Fachgebietes aus Düsseldorf, Freiburg, Heidelberg, Köln, Leipzig, Regensburg und Tübingen gewürdigt.

Der Nachwuchsförderpreis der DGTHG wurde an Sivakkanan Loganathan (27), Assistenzarzt an der Klinik für Kardiologie der Universitätsklinik Düsseldorf, vergeben. Mit dem Nachwuchsförderpreis (Dotierung: 1.000 Euro) werden jährlich experimentelle und klinisch relevante Promotionsarbeiten aus dem gesamten Bereich der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ausgezeichnet. Loganathan evaluierte in seiner Arbeit an Ratten, wie das Herzgewebe bei einer Herztransplantation bei Einsatz eines besonderen Stoffwechselweges erhalten werden kann.

Der nach einem Pionier der deutschen Herzchirurgie benannte und mit 5.000 Euro dotierte „Ernst-Derra-Preis“ ging in diesem Jahr an Matthias Siepe (37), Oberarzt an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. Er wurde für seine Arbeit zur Übertragung von genetisch veränderten Muskelzellen zur Abheilung des Herzinfarktes ausgezeichnet.

Michael Ried (29), Assistenzarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg, wurde von der Gutachterkommission der DGTHG das mit 7.500 Euro ausgestattete thoraxchirurgische Forschungsstipendium der DGTHG zugesprochen. Ried erhält das Stipendium für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem kombinierten Einsatz von chirurgischer Tumorentfernung und der gleichzeitigen Verabreichung warmer Chemotherapeutika.

Der mit 5.000 Euro dotierte Franz-Köhler-Preis für herausragende Leistungen in Forschung oder klinischer Praxis auf dem Gebiet der Organprotektion ging in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler: an Professor Christian Schlensak (43), ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen, und an Professor Torsten Loop (49), leitender Oberarzt an der anästhesiologischen Universitätsklinik Freiburg. Sie erforschten Schutzmaßnahmen für die Lungen bei Einsatz der Herz-Lungen-Maschine.

Der Ernst-Rainer de Vivie-Förderpreis wird von der DGTHG mit Unterstützung durch die Loni-Page-Stiftung in Köln vergeben. Mit dem Preis werden innovative und interdisziplinare wissenschaftliche Arbeiten zur Forschung und Therapie angeborener Herzfehler im Säuglings-, Kinder- und Erwachsenenalter ausgezeichnet. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr an Hug Aubin (27), wissenschaftlicher Assistent an der Klinik für kardiovaskulare Chirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf, der in seiner Arbeit zeigte, dass es mit einer technisch simplen Methode möglich ist, die Ausrichtung und Verlängerung von verschiedenen Zelltypen innerhalb einer künstlichen dreidimensionalen Matrix zu steuern.

Den gefäßchirurgischen Preis der DGTHG erhielt Christian D. Etz (36), Assistenzarzt am Herzzentrum Leipzig. Seine mit einem Preisgeld von 5.000 Euro prämierte Studie beschäftigt sich mit Grundlagen der Rückenmarksdurchblutung zur modernen Vorbeugung von Lähmungen nach konventionellen und minimalinvasiven Operationen der Hauptschlagader im Brust- und Bauchbereich.

Der Dr. Rusche-Forschungsprojekt-Preis wird von der DGTHG zusammen mit der deutschen Stiftung für Herzforschung, einer Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung, vergeben. Mit einer Gesamtsumme von rund 60.000 Euro wird in den nächsten beiden Jahren das Forschungsvorhaben von Carsten J. Beller (39), Assistenzarzt an der Klinik für Herzchirurgie des Uniklinikums Heidelberg, gefördert. Ziel des Forschungsprojekts ist die Verbesserung der Risikobestimmung und der Operationsplanung bei Erkrankungen der Hauptschlagader im Brustbereich durch eine vierdimensionale Bildgebung.

Nach dem Herzchirurgen Hans Georg Borst ist der Preis benannt, mit dem die DGTHG jährlich das beste Abstract ihrer Jahrestagung prämiert. In diesem Jahr ging der mit 1.000 Euro dotierte Preis an Sven Lehmann (40), Assistenzarzt am Herzzentrum Leipzig, der für die Darlegung der Ergebnisse seiner Untersuchungen zur Konzentration bestimmter Eiweiße in den Lungen und Veränderungen der Zellwanddicken bei Operationen mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine ausgezeichnet wurde.

Ingo Slottosch (32), Assistenzarzt am Herzzentrum der Universitätsklinik Köln, erhielt den mit 1.600 € dotierten Preis für das beste bei der Jahrestagung präsentierte Poster. Ausgezeichnet wurde er für seine Analyse von Patienten, die sich aufgrund eines akuten Herzinfarktes einer Bypass-Operation unterziehen mussten und in diesem Zusammenhang auch einer zumeist mehrtägigen extrakorporalen Lungenunterstützung bedurften.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der rund 950 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Honorarfreies Bildmaterial zur Illustration des Textes (Bilder der genannten Personen)erhalten Journalisten auf Anfrage bei der DGTHG-Pressestelle (presse@dgthg.de).

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