Besondere Leistungen herzchirurgischer Forschungsaktivitäten geehrt

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hat auf ihrer Jahrestagung in Stuttgart die besonderen Leistungen von sieben Ärzten des Fachgebietes aus Berlin, München, Hannover, Leipzig, Essen und Mainz mit Preisen geehrt. Die Auszeichnung nahm bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung vor rund 600 Gästen der zweite Vizepräsident der DGTHG Professor Friedhelm Beyersdorf zusammen mit drei der neun Gründungsmitglieder der Fachgesellschaft vor.

Der nach einem Pionier der deutschen Herzchirurgie benannte und mit 5.000 Euro dotierte „Ernst-Derra-Preis“ ging in diesem Jahr an Can Yerebakan (33), der seit Herbst vergangenen Jahres am Children’s National Medical Center in Washington D.C. tätig ist. Er wurde für seine Forschung zu innovativen Therapien bei angeborenen Herzfehlern, die er an der Universität Rostock durchführte, ausgezeichnet.

Den nach dem ehemaligen Direktor der Chirurgischen Klinik der Universität Göttingen benannten „Rudolf-Stich-Preis“ erhielt Professor Omke Teebken (42), Leiter des Bereichs „Gefäßchirurgie – Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie“ an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine mit einem Preisgeld von 5.000 Euro prämierte Studie beschäftigte sich mit der Entwicklung eines durch Gewebezüchtung geformten Venenstückes als Ersatz für erkrankte Beckenvenen.

Der Nachwuchsförderpreis der DGTHG wurde an Maximilian Lühr (31), Assistenzarzt an der Klinik für Herzchirurgie des Herzzentrums Leipzig vergeben. Mit dem Nachwuchsförderpreis (Dotierung: 1000 Euro) werden jährlich experimentelle und klinisch relevante Promotionsarbeiten aus dem Gesamtgebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ausgezeichnet. Lühr untersuchte in seiner Arbeit die Auswirkungen auf das Rückenmark nach Abkühlung von Geweben und einer verlängerten Operationsdauer bei Eingriffen an der Hauptschlagader.

Ömer Senbaklavaci (43), dem Leiter der Sektion Thoraxchirurgie an der Klinik für Herz-, Thorax und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, wurde von der Gutachterkommission der DGTHG das mit 7.500 Euro ausgestattete thoraxchirurgische Forschungsstipendium der DGTHG zugesprochen. Senbaklavaci beschäftigt sich insbesondere mit der Weiterentwicklung von Verfahren, um entnommene Spenderlungen für den Transport bis zur Transplantation beim erkrankten Patienten besser zu konservieren.

Nach dem Herzchirurgen Hans Georg Borst ist der Preis benannt, mit dem die DGTHG jährlich das beste Abstract ihrer Jahrestagung prämiert. In diesem Jahr ging der mit 1.000 Euro dotierte Preis an Professor Stefan Dhein (51), Leiter des Forschungslabors der Klinik für Herzchirurgie des Herzzentrums Leipzig, der für die Darlegung der Ergebnisse seiner Untersuchungen zu Umbauprozessen im Herzen beim chronischen Vorhofflimmern ausgezeichnet wurde.

Der mit 5.000 Euro dotierte Franz-Köhler-Preis für herausragende Leistungen in Forschung oder klinischer Praxis auf dem Gebiet der Organprotektion ging in diesem Jahr an Privatdozentin Kerstin Böngler (38), wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Pathophysiologie am Universitätsklinikum Essen. Sie erforschte die Wirkung einzelner Proteine mit Blick auf ihre Schutzwirkung für Herzmuskelzellen.

Der Ernst-Rainer de Vivie-Förderpreis wird von der DGTHG mit Unterstützung durch die Loni-Page-Stiftung in Köln vergeben. Mit dem Preis werden innovative und interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeiten zur Forschung und Therapie angeborener Herzfehler im Säuglings-, Kinder- und Erwachsenenalter ausgezeichnet. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr an Maximilian Posch (35), Assistenzarzt in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum Berlin, der Störungen in Herzzellen untersuchte, die zur Entstehung von Defekten in der Vorhofscheidewand führen können.

Der Dr. Rusche-Forschungsprojekt-Preis wird von der DGTHG zusammen mit der deutschen Stiftung für Herzforschung, einer Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung, vergeben. Mit einer Gesamtsumme von 57.500 Euro wird in den nächsten beiden Jahren das Forschungsvorhaben von Markus Krane vom Deutschen Herzzentrum München gefördert. Ziel des Forschungsprojekts von Krane sind neue Lösungsansätze, um aus Stammzellen Vorläuferzellen für eine biologische Herzmuskelreparatur zu entwickeln.

Katja Denk (31), Funktionsoberärztin Herzchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, erhielt den mit 1.600 € dotierten Preis für das beste bei der Jahrestagung präsentierte Poster. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Analyse der Pump- und Muskelfunktion des Herzens in Abhängigkeit von Übergewicht und entzündlichen Prozessen.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 950 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Honorarfrei verwendbares Bildmaterial von der Preisverleihung und von den Preisträgern können bei der DGTHG-Pressestelle angefordert werden.

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