Berufswunsch: Zahnarzt – Feinmotorik im Selbsttest

Am 16. und 17. April 2015 probierten 50 Studieninteressierte aus, ob sie Zahnarzt werden könnten und/oder möchten. Das Schnupperstudium Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke machte den Selbsttest möglich. „Ich bin Mitte dreißig und möchte mit einem Zahnmedizinstudium meinem Berufsleben eine völlig neue Richtung geben. So ein Schritt will gut überlegt sein. Bei Praxishospitanzen konnte ich immer nur zuschauen. Während des Schnupperstudiums konnte ich jetzt zum ersten Mal an einem Phantomkopf an unterschiedlichen Zähnen bohren, Füllungen setzen und unter Anleitung verschiedene Techniken ausprobieren. Die zwei Tage hier haben mich ein großes Stück weiter gebracht“, bringt Christian Reiber seine Eindrücke auf den Punkt.

Neben anderen praktischen Übungen, wie zum Beispiel der Mikroskopie von Zähnen, vermittelt das zweitätige Programm zur Studienorientierung auch theoretisches Einstiegs-Wissen in verschiedenen zahnmedizinischen Disziplinen. „Bereits während meines derzeitigen Praktikums habe ich bei der einen oder anderen Implantat-Operation zusehen dürfen. Beim Schnupperstudium habe ich in der Vorlesung Parodontologie und Implantologie nun mehr Hintergrundwissen dazu bekommen. Die nächste OP werde ich schon viel besser verstehen“, beschreibt Juliane Friederike Körner ihre Erlebnisse.

Unter dem Motto „Bohren probieren kommt vor dem Studieren“ organisierte das Team Campus Relations in Kooperation mit dem Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde das Schnupperstudium. Für die fachliche Betreuung standen vier Professoren sowie mehrere Oberärzte und Zahnärzte an beiden Tagen zur Verfügung. 20 Zahnmedizin-Studierende unterstützten bei der Durchführung und beantworteten den Teilnehmern auch informelle Fragen zum Studium und zur Universität. „Besonders die Nähe zu den Studierenden und den Professoren sowie die lockere Atmosphäre wurden sehr gelobt“, so Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der UW/H. Für ihn ist das Schnupperstudium eine gute Möglichkeit, den Kreis der Studieninteressierten zu erweitern. „Der Beruf des Zahnarztes verlangt viel manuelles Geschick, um z.B. eine Kavität für eine Füllung herzustellen – wie bei einer Kariesbehandlung nötig – dabei aber nicht zu viel Zahnsubstanz weg zu schleifen. Die Gelegenheit, dieses Geschick unter realen Bedingungen auszuprobieren, hat man hier in Witten.“

„Für die 50 zu vergebenen Teilnehmerplätze sind annähernd 130 Bewerbungen bei uns eingegangen. Um die Plätze nach einem fairen Prinzip zu vergeben, hat ein studentisches Auswahlgremium die Bewerbungen nach einem ähnlichen Bewertungssystem beurteilt, wie es dem regulären Auswahlverfahren für das zahnmedizinische Studium an der UW/H zu Grunde liegt“, erläutert Projektmanagerin Dana Mell. Zehn Teilnehmerplätze wurden als Stipendium an Bildungspioniere vergeben. „Bildungspioniere sind für uns Menschen, die als erste in ihrer Familie studieren“, erläutert Prof. Zimmer. „Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie und begrüße die Regelung, zehn Interessenten ohne familiärem Akademiker-Hintergrund die Teilnahme zu ermöglichen. Damit möchten wir die gewünschte Heterogenität im Schnupperstudium und auch später im Studium sicherstellen.“

Am 22. und 23. Oktober 2015 findet das nächste Schnupperstudium Zahnmedizin statt. Weitere Informationen gibt es online unter www.uni-wh.de/schnupperstudium sowie bei Prof. Dr. Stefan Zimmer, 02302/926-660 (Sekr.) stefan.zimmer@uni-wh.de und bei Dana Mell, 02302/926-910/819, campusrelations@uni-wh.de

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Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.100 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

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