Bertha-Benz-Vorlesung von Tanja Vollmer: Heilende Architektur – Wunsch oder Wirklichkeit?

Noch immer werden in Deutschland Krankenhäuser streng nach Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und reiner Nützlichkeit erbaut. Dabei bleibt außen vor, dass der äußere architektonische Raum unmittelbar auf das innere körperliche Befinden der Patienten rückwirkt. Krankenhauszimmer etwa erweisen sich oft als Stressoren, die zu vermehrtem Abbruch lebenswichtiger Therapien führen. Einen neuen Weg schlägt die Architekturpsychologie mit der Forschungsrichtung der „Heilenden Architektur“ ein: Sie untersucht mit wissenschaftlichen Methoden, wie die gebaute Umgebung in positiver Weise Einfluss auf die Genesung von Menschen nehmen kann. Tanja C. Vollmer plädiert für einen Perspektivwechsel: „Die moderne Architekturpsychologie muss einen Schritt weitergehen und Architekten befähigen, psychologisches Wissen bewusst in die Gestaltung von Räumen und Gebäuden einfließen zu lassen.“ Dieses Konzept, das sich als Bindeglied zwischen Mensch und Technik begreift und hierzulande bei der Planung und Gestaltung von Krankenhäusern bislang kaum eine Rolle spielte, erläutert sie in ihrem Vortrag.

Dr. Tanja C. Vollmer studierte an der Universität Göttingen Biologie und Psychologie und provomierte dort zur Dr. rer. nat. in den Fächern Biologie und Psychobiologie; an der Harvard University Boston erwarb sie zusätzlich einen Master of Science im Bereich Health Psychology. Derzeit ist sie als Wissenschaftliche Direktorin des von ihr gegründeten Architekturbüros Kopvol architecture & psychology in Rotterdam tätig und lehrte als Gastprofessorin am Institut für Architektur der TU Berlin. Ihre Arbeit wurde bereits international ausgezeichnet.

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Dr. Johannes Schnurr
Pressesprecher
Daimler und Benz Stiftung
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Die Bertha-Benz-Vorlesung

Durch ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre tatkräftige Anteilnahme an den Erfindungen ihres Ehemannes avancierte Bertha Benz zu einer Pionierin der Technik – ein Gebiet, zu dem Frauen ihrer Zeit üblicherweise keinen Zugang hatten. Im August 1888 fuhr sie mit dem Patent-Motorwagen von Carl Benz von Mannheim nach Pforzheim und bewies so erstmals die Tauglichkeit des Automobils für Fernfahrten. Im Gedenken an die Pionierleistung dieser selbstbewussten und energischen Frau veranstaltet die Stiftung seit 1987 jährlich eine Bertha-Benz-Vorlesung. Als Vortragende sprechen Frauen, die sich durch herausragende Beiträge zu Wissenschaft, Wirtschaft oder Gesellschaft ausgezeichnet haben. Im Rahmen der Bertha-Benz-Vorlesung wird der mit 10.000 Euro dotierte Bertha-Benz-Preis vergeben.

Daimler und Benz Stiftung

Impulse für Wissen – die Daimler und Benz Stiftung verstärkt Prozesse der Wissensgenerierung. Ihr Fokus richtet sich dabei auf die Förderung junger Wissenschaftler, fachübergreifende Kooperationen sowie Forschungsprojekte aus sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Die operativ tätige und gemeinnützige Stiftung zählt zu den großen wissenschaftsfördernden Stiftungen Deutschlands.

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