Restless Legs Syndrom – wenn nur Bewegung hilft: Ursachen der „unruhigen Beine“ noch nicht geklärt

Unruhige Beine – nicht Betroffene können kaum nachvollziehen, welches Leiden sich hinter dem Restless Legs Syndrom (RLS) versteckt. Bei dieser neurologischen Erkrankung zählt andauernder Bewegungsdrang der Beine zu den Leitsymptomen, insbesondere wenn man zur Ruhe kommt. Meist abends oder nachts kommt es dann zu einem Ziehen, Reißen oder auch Kribbeln in den Beinen. Die Beschwerden können einseitig, beidseitig oder auch abwechselnd auf der einen oder anderen Seite auftreten. Bei manchen Patienten sind auch die Arme betroffen. Erst wenn sich die Betroffenen bewegen, kommt es zur Linderung der Beschwerden. Der ständige Schlafmangel führt langfristig zur körperlichen und seelischen Erschöpfung und kann einige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Deshalb ist eine schnelle ärztliche Diagnose sehr wichtig. Wer die folgende Fragen mit „Ja“ beantwortet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen, um die Ursachen Ihrer Beschwerden abzuklären. Dieser kann bei klarem Befund behandeln, oder bei unklarem Befund zu einem Neurologen überweisen.

Vier Fragen als Indiz für Restless Legs Syndrom:

  • Missempfindungen? Leiden Sie unter Missempfindungen wie Kribbeln, Ziehen oder Schmerzen in den Beinen verbunden mit einem unnatürlichen Bewegungsdrang der Beine?
  • Auch im Ruhezustand? Treten die Beschwerden in Ruhe auf bzw. verstärken sie sich in Ruhe?
  • Hilft Bewegung? Verschafft Ihnen Bewegung eine Erleichterung der o.g. Symptome?
  • Abends oder nachts stärker? Nehmen die Beschwerden abends und nachts zu oder treten sie ausschließlich dann auf?
    *Quelle: Yupik PR GmbH, RLS-Pressekonferenz, 9. Juni 2010, Hamburg

Ursachen des Restless Legs Syndroms (RLS)
Schätzungsweise leiden 5 bis 10 % der Bevölkerung unter einem Restless Legs Syndrom. Frauen sind doppelt so häufig wie Männer betroffen. Die Gründe für das Auftreten der Erkrankung sind noch nicht alle erforscht. Wissenschaftler vermuten als Ursache einen Defekt bei der Übertragung von Nervensignalen. Als gesichert gilt, dass die Erkrankung erblich bedingt auftreten kann.

Man unterscheidet zwischen einem idiopathischem RLS, das erblich bedingt ist, und einem symptomatischem RLS, das erworben wird und beispielsweise durch andere Grunderkrankungen ausgelöst wird. Das idiopathische oder primäre RLS ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Das symptomatische oder sekundäre RLS wird durch bestimmte Faktoren oder Grunderkrankungen ausgelöst. Beispiele dafür sind eine dialysepflichtige Niereninsuffienz, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Schwangerschaft, Eisenmangel, Rheumatoide Arthritis, Stoffwechselstörungen oder die Einnahme bestimmter Medikamenten (trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika, Antiemetika, Lithium oder Koffein beispielsweise). Die Beschwerden des sekundären RLS können sich zurückbilden, wenn die entsprechenden Ursachen behoben werden. Während die dialysepflichtige Niereninsuffizienz nur durch Transplantation beseitigt werden kann, kann ein Eisenmangel normalerweise sehr einfach bekämpft werden.

Egal ob ein ideopathisches (vererbtes) oder ein symptomatisches (erworbenes) RLS vorliegt, die Erkrankung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Sie sollte dringend behandelt werden, damit die Betroffenen ihre Vitalität und Leistungsfähigkeit schnellst möglich zurückgewinnen und damit keine chronischen Folgeschäden bedingt durch den Schlafmangel entstehen (Burn-out, Depressionen etc.). (humannews 10/10)

Weitere Informationen:
http://www.rls-gut-behandeln.de und http://www.restless-legs.org

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