Behandlung von Angststörungen – Psychotherapie wichtig

Angst ist uns allen bekannt und gehört zu den Grunderfahrungen des menschlichen Lebens. Da sie vor gefährlichen Situationen warnt, ist sie überlebensnotwendig. Wie die meisten Gefühle äußert sie sich körperlich und geht mit Empfindungen wie Herzklopfen, Schwindel, Schweißausbrüchen, Zittern und Magenbeschwerden einher. Daher glauben viele Menschen mit Angststörungen zunächst, dass sie körperlich erkrankt sind.

Angststörungen schränken private und berufliche Lebensgestaltung ein

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Ca. 15 % der Menschen leiden im Leben an einer vorübergehenden oder länger andauernden Angststörung. Diese schränken oftmals die Betroffenen in ihrer privaten und beruflichen Lebensgestaltung deutlich ein. Unbehandelt können Ängste chronisch werden. Sie führen zu Rückzug, Vermeidungsverhalten und Einschränkung im Alltag. Häufig entwickeln sich auch Folgekrankheiten, wie Alkoholabhängigkeit oder Depression.

„Wenn Ängste ohne reale Bedrohung auftreten, die Angst nicht mehr kontrolliert werden kann und zum Unterlassen wichtiger Aktivitäten führt, handelt es sich um eine tiefergehende Störung, die behandelt werden muss“, erklärt Christina Kockler-Müller, Chefärztin der Klinik für Psychosomatik. Treten diese Angstsymptome über längere Zeit auf, muss sie ärztlich abgeklärt werden. Davon hängt die weitere Vorgehensweise und Behandlung ab. „Wichtig ist es, die zunächst körperlich erscheinenden Symptome früh zu erkennen, da Angststörungen gut zu behandeln sind“, so Dr. Kockler-Müller. Die Behandlungsdauer ist kürzer und die Behandlungserfolge größer, je früher die Therapie beginnt.

Symptome und Ursachen von Angststörungen

Die Ursachen von Angststörungen sind vielfältig. Es handelt sich oft um eine veranlagungsbedingte Angstbereitschaft, zu der sich ungünstige äußere Faktoren wie belastende Kindheitserlebnisse, ungünstige Lernerfahrungen bzw. sonstige Lebensbelastungen hinzugesellen.

Moderne Abhilfe und Therapieverfahren bei Angststörungen

Im Mittelpunkt bei Angststörungen steht die Psychotherapie. Je nach Leidensdruck und Lebensumständen können Medikamente das Behandlungsspektrum erweitern. Die Behandlungserfolge sind gut, viele Patienten werden dauerhaft geheilt, andere brauchen eine länger dauernde Therapie. Die Psychotherapie hilft dem Patienten aktive Bewältigungsstrategien seiner Angsterkrankung zu erlernen, sich auslösenden Situationen zu stellen. Entspannungsverfahren wie Muskelentspannung nach Jakobson sind Teil der Therapie und können vom Patienten schnell erlernt und regelmäßig eingesetzt werden. Regelmäßiger Sport hilft das Anspannungsniveau zu senken und ist eine sinnvolle Ergänzung der Therapie, da sie zu einer gesunden Körperwahrnehmung verhilft.

Einteilung von Ängsten

Angststörungen werden – je nach Beschwerdebild – in verschiedene Untergruppen aufgeteilt: Wenn Ängste in bestimmten Situationen oder durch bestimmte Gegenstände ausgelöst werden spricht man von phobischen Ängsten, z. B. Angstanfälle im Supermarkt oder im Aufzug, also dort, wo Flucht schwer möglich ist. Als Panikstörung bezeichnet man wiederholt auftretende intensive Angstanfälle mit ausgeprägten körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Schweißausbrüchen und Übelkeit.

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