Behandlung und Überwachung des akut verletzten Gehirns – speziell bei Kindern

Vor 38 Jahren fand der erste internationale Kongress über die Behandlung und Überwachung des Hirndruckes beim akut verletzten Gehirnes – zum Beispiel nach Unfall, Hirnblutung oder Schlaganfall – statt. Heutzutage werden neben dem Hirndruck noch weitere Parameter in die Überwachung mit einbezogen. Im September ist der auf diesem Gebiet führende internationale Kongress seit 1972 erstmals wieder in Deutschland zu Gast und zum ersten Mal in der Geschichte der ICP-Kongresse wird sich die Expertentagung am Universitätsklinikum Tübingen schwerpunktmäßig mit den Besonderheiten des akut geschädigten kindlichen Gehirnes beschäftigen, da hier ein großer Nachholbedarf besteht.

Der Hirndruck wurde zum allerersten Mal 1950 systematisch bei Menschen in Frankreich aufgezeichnet und damit die Grundlagen für die moderne intensivmedizinische Therapie des geschädigten Gehirnes gelegt. Die wiederaufgefundenen Originalaufzeichnungen aus dem Jahre 1950 werden auf dem Kongress jetzt öffentlich präsentiert.

Das geschädigte kindliche Gehirn
Zentrales Thema der Hirnspezialisten, Neurochirurgen, Intensivmediziner, Medizinischen Physiker, Biologen und Pädiater werden die modernsten Verfahren zur Überwachung des akut geschädigten Gehirnes – speziell des kindlichen Gehirns – und zur Steuerung der Therapie sein.
Das Wissen und die Datenlage über die Vorgänge im akut geschädigten Gehirn bei Kindern ist geringer als im Erwachsenenalter, da in den vergangenen 10 bis 15 Jahren wesentlich weniger Kinder mit modernster Technik überwacht wurden als Erwachsene und damit weniger Daten vorliegen. Darüber hinaus sind die Veränderungen altersabhängig und für jede Altersgruppe herrschen unterschiedliche Bedingungen. Da in einzelnen Zentren immer nur wenige Kinder behandelt werden, konnte bis heute aus den unterschiedlichen Datenaufzeichnungen einzelner Zentren kein genügend großer Datenpool gebildet werden, um weitreichende Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Klinik für Neurochirurgie und der Bereich Kinderneurochirurgie des Universitätsklinikums Tübingen haben für Kinder und Erwachsene modernste computerisierte Überwachungstechniken für das akut geschädigte Gehirn etabliert, die für Kinder in dieser Form nur wenige Kliniken in Deutschland und sogar weltweit bieten.
Ein Ziel der Tübinger Veranstalter ist, gemeinsam mit Kollegen aus USA, Kanada, Südafrika und England ein Netzwerk – basierend auf der gleichen Aufzeichnungstechnologie – zur Datensammlung von Kindern mit akuten Hirnschädigungen ins Leben zu rufen, um zukünftig die oben genannten Defizite zu überwinden.

Zum Kongress
Der Kongress findet vom 12. bis 16. September 2010 am Universitätsklinikum Tübingen statt. Nach dem Erstkongress 1972 in Hannover wechselte der Veranstaltungsort in dreijährigem Turnus zwischen Europa, Asien und Nordamerika und war zuletzt in Cambridge (UK, 2000), Hongkong (2004) und San Franzisko (2007) zu Gast.
Der Organisator des ersten Kongresses von 1972, Prof. emeritus Dr. med. Dr h.c. mult. Mario Brock, hat die Originalaufzeichnungen der ersten Hirndruckmessungen des Jahres 1950 aufgefunden und wird diese auf dem Kongress erstmals öffentlich präsentieren.

In Tübingen werden ca. 300 Teilnehmer erwartet, namhafte Referenten sind eingeladen, aus 42 Ländern wurden 226 Abstracts eingereicht. Die Schirmherrschaft hat die Europäische Gesellschaft für Kinderneurochirurgie übernommen, vertreten durch Ihren Präsidenten.

Die Vertreter der Presse sind herzlich zum Kongress eingeladen.
Interessierten Medien vermitteln wir vorab gern einen Ansprechpartner.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Neurochirurgie
Prof. Dr. med. Martin U. Schuhmann
Konferenzsekretär ICP2010
Leiter Pädiatrische Neurochirurgie
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 12 56, 29-8 64 48 (Sekretariat)
Fax 07071/29-44 04
martin.schuhmann@med.uni-tuebingen.de
www.kinderneurochirurgie-info.de
(idw, 08/2010)

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