Beeinflussen Vorurteile das therapeutische Handeln von Beschäftigten im Gesundheitswesen?

Rassismus ist nicht nur ein Problem von rechtsextremen Randgruppen, sondern wird auf vielen verschiedenen Ebenen innerhalb unserer Gesellschaft, auf globaler Ebene und auch im Gesundheitswesen sichtbar. Doch sind es eben genau diese teils unbewussten Vorurteile, die einer gerechten Gesundheitsversorgung unabhängig von Herkunft und Identität entgegenstehen können.

Über Rassismus und Vorurteile sprechen – das möchte die studentische Initiative für rassismuskritische Medizin am 27. Mai 2018 von 9 bis 18 Uhr in der Universität Witten/Herdecke (Alfred-Herrhausen-Str. 50, Audimax). Dazu haben sie die politischen Aktivistinnen Emine Aslan und Makda Isak der Universität Mainz eingeladen, die sich seit Jahren in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit engagieren.

In Seminaren und Workshops beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage, inwiefern Rassismus zum einen den Alltag, zum anderen aber auch die Lebenswissenschaften wie die Medizin oder Biologie durchsetzt. Begegnet das Gesundheitspersonal innerhalb des therapeutischen Handelns allen Patientinnen und Patienten offen und vorurteilsfrei? Außerdem wollen die Referentinnen zur Selbstreflexion von eigenen stereotypen Denkmustern und Vorurteilen anregen. Daraus ergeben sich auch Ansätze zur Lösung, wie man innerhalb einer Behandlung kulturell aufgeladene Situationen entspannen kann. Gemeinsam sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiten, welche Situationen im klinischen Alltag anfällig für Ungleichbehandlung sind und warum. Zudem sollen sie auch eine globale Perspektive einnehmen und bestehende Machtstrukturen hinterfragen.

Der praktische Teil ist vor allem für Menschen interessant, die auf einer therapeutischen Ebene tätig sind oder werden wollen: Manchmal macht es nämlich auch Sinn, die Herkunft oder Hautfarbe von jemandem in das therapeutische Handeln einzubeziehen. Besprochen wird auch, wie Mitmenschen darauf angesprochen werden können, wenn sie diskriminierendes Verhalten zeigen, um das Thema zu endtabuisieren und eine Veränderung zu bewirken. Obwohl der Blick auf Klinik und Praxis das Seminar prägt und einen entsprechenden Stellenwert in den einzelnen Einheiten hat, sind Studierende aller Fakultäten und externe Interessierte herzlich eingeladen.

Gefördert wird das Projekt vom Integrierten Begleitstudium für Anthroposophische Medizin sowie durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Anmeldung per Mail bitte an Lisa.lombardo@uni-wh.de.

Weitere Informationen bei Judith Mletzko, judith.mletzko@uni-wh.de
Die Handynummer erhalten interessierte Journalisten in der Pressestelle der UW/H unter 02302 / 926-946 oder -849

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

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