Baustelle Krankenhaus: HNO-Ärzte fordern neue Strukturen für Kliniken

In den vergangenen 20 Jahren stieg die Zahl der Patienten in Krankenhäusern stetig. Gleichzeitig sank deren Verweildauer: Kliniken betreuen heute etwa ein Viertel Patienten mehr, während der einzelne Patient durchschnittlich fast ein Drittel weniger Zeit dort verbringt. Ein Grund hierfür ist, dass medizinische Einrichtungen durch gesundheitspolitische Entscheidungen, wie die Einführung der Diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG-System), zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten. „Unter dieser Entwicklung leidet nicht nur das Personal, das nun in kürzerer Zeit mehr Patienten versorgen muss. Auch die Patientenzufriedenheit ist zunehmend gefährdet“, kritisiert Professor Dr. med. Gerhard Rettinger, Vorstandsmitglied der DGHNO KHC, im Vorfeld des HNO-Jahrestagung. „Patienten müssen immer mehr Einschnitte in Versorgung und Service in Kauf nehmen.“

Um auch als Arbeitgeber für Ärzte attraktiv zu bleiben, entwickeln Kliniken bereits Angebote für den medizinischen Nachwuchs. Einige Privatkliniken bieten beispielsweise an, Studienabschlüsse im Ausland zu unterstützen. „Auch die öffentlich finanzierten Kliniken müssen sich attraktiver machen und verstärkt um den Nachwuchs werben, so Professor Rettinger, Ärztlicher Direktor der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Universitätsklinikums Ulm. Wichtig seien darüber hinaus feste Arbeitszeitregelungen, strukturierte Weiter- und Fortbildungen und die Chance für das Personal, sich beruflich individuell zu entwickeln. Zudem müssten sich Kliniken überlegen, wie sie Ärzte von den steigenden, wenig beliebten bürokratischen Tätigkeiten entbinden. Hiefür böten sich Computerprogramme wie die elektronische Patientenakte oder Klinikinformationssysteme an, die aber in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken.

Auf der Jahresversammlung der DGHNO KHC diskutieren HNO-Ärzte gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung und Klinikführung konkrete Lösungsansätze, die den Klinikalltag verbessern und das Gesundheitssystem entlasten. „Wir benötigen keine weitere Umverteilung der Ressourcen, die mittlerweile vollständig ausgeschöpft sind, sondern neue Ansätze für das gesamte System“, erläutert Rettinger. „Primär stehen dabei die Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal sowie die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen im Fokus der Rundtischgespräche. Nur dadurch können wir das zentrale Ziel erreichen, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Denn im Mittelpunkt der klinischen Versorgung steht der Patient.“ Darüber hinaus findet eine Diskussion über neue Strukturen statt, die auf die zunehmende Spezialisierung – auch in einem umschriebenen Fach wie die HNO-Heilkunde – Rücksicht nimmt. Auf der Pressekonferenz am 15. Mai 2012 greift der HNO-Arzt diese und weitere Lösungsansätze zur Umstrukturierung der Kliniken auf und informiert über den aktuellen Stand.

Terminhinweise:

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 16. bis 20. Mai 2012
Ort: Rheingoldhalle Mainz

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 15. Mai 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hyatt Regency Mainz, Raum Donau, Malakoff-Terrasse 1, D-55116 Mainz

Eines der Themen:
Das Krankenhaus der Zukunft: Experten schaffen innovative Lösungen für Patienten und Personal
Professor Dr. med. Gerhard Rettinger

Rundtischgespräch „Klinik der Zukunft“
Termin: Freitag, 18. Mai, 17.00 bis 19.00 Uhr
Ort: Kongress-Saal, Rheingoldhalle Mainz

Optimierung des OP-Managements mit der elektronischen Patientenakte (EPA) der HNO-Universitätsklinik Ulm
Termin: Samstag, 19. Mai, 10.30 bis 11.40 Uhr
Ort: Zagreb-Saal B, Rheingoldhalle Mainz

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle der 83. Jahresversammlung der DGHNO KHC:
Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org
www.hno.org

Scroll to Top