Bauen mit Rendite

(djd). Was bringt eine Wärmedämmung konkret? Viele Bauherren fragen sich, ob sich dies finanziell auszahlt und worauf sie bei der Planung achten sollten. Antworten gibt Dipl.-Ingenieurin Isolde Elkan, Geschäftsführerin der Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff (FPX).

Wie wichtig ist der Energiebedarf von Eigenheimen für den Klimaschutz?

Sehr entscheidend, denn rund 40 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland entfällt auf Wohngebäude, davon sind 75 Prozent Heizenergie. Entsprechend groß sind die Einsparpotenziale, die gleich einen doppelten Nutzen bewirken – dauerhafte Kosteneinsparungen sowie eine nachhaltige Entlastung für die Umwelt.

Wie groß sind die finanziellen Vorteile?

Wer sich beim Neubau beispielsweise für ein Niedrigstenergiehaus entscheidet, trifft eine Entscheidung auf viele Jahrzehnte. Je stärker die Energiepreise steigen, desto größer sind die Vorteile durch geringe Heizkosten. Eine Investition in eine Wärmedämmung erzielt Renditen, die derzeit kaum eine andere Geldanlage ermöglicht: Die TU Darmstadt hat errechnet, dass im Durchschnitt durch Dämmen eine Eigenkapitalrendite bis ins Jahr 2050 von 3,35 bis 4,75 Prozent entsteht. Studien der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des Instituts für Umwelt und Wohnen (IWU) haben gezeigt, dass sich die Sanierungskosten in einem Zeitraum zwischen vier und 15 Jahren amortisieren. Es leuchtet ja ein, ein ungedämmter Dachboden „kostet“ bis zu zwölf Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Allein durch Dämmung des Dachbodens kann dieser Verlust auf zwei Liter reduziert werden. Die Behauptung, Dämmung rentiert sich nicht, ist aus der Luft gegriffen.

Worauf sollten Bauherren und Hauseigentümer achten, um diese Vorteile tatsächlich zu erreichen?

Wichtig ist es, in jedem Fall einen neutralen, zertifizierten Energieberater einzuschalten. Dieser zeigt individuelle Möglichkeiten auf und informiert über die vielen Fördermöglichkeiten. Und es gilt: Bereits eine Teilsanierung lohnt sich. Es muss nicht immer die Komplettsanierung sein. Über Dach und Keller gehen mehr als 45 Prozent der Heizenergie verloren. Einstiegsmaßnahmen mit hohem Nutzen sind hier relativ einfach durchzuführen.

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