Bauen gegen Infektionsübertragung im Luftverkehr

„Die Infrastruktur eines Flughafens beeinflusst die Prozesse, die in ihm ablaufen und damit auch die Ausbreitung und die Übertragungswege von Infektionskrankheiten. Mit unserer Erfahrung aus dem Krankenhausbau werden wir infektionskritische Bereiche identifizieren, bewerten und bauliche Lösungen erarbeiten“, erklärt Wolfgang Sunder vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen der Technischen Universität Braunschweig.

Innerhalb des Infrastrukturgebäudes Flughafen und im Flugzeug kommt es zu vielfältigen Überschneidungen von Wegen und Prozessabläufen. Besonders an Schnitt- oder auch Engstellen besteht das Risiko einer Infektionsübertragung. Denn an Passagierschleusen, Sanitäranlagen oder Abfertigungsbereiche kommt es besonders häufig zu direkten oder indirekten Kontakt zwischen den Passagieren. Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern, darunter auch Flughafenbetreiber und Flugzeugbauer, entwickeln die Architekten Wolfgang Sunder und Jan Holzhausen nun neue baustrukturelle und prozessuale Konzepte, um an besonders infektionskritischen Funktionsbereichen die so genannte Infektionskette unterbrechen zu können. Dafür analysieren sie unter anderem anhand eines Passagiers exemplarisch die infektionsanfällige Prozesskette vom Betreten des Flughafengebäudes bis zum Platznehmen im Flugzeug.
Zum Forschungsprojekt „HYFLY“
Das Forschungsprojekt „HYFLY – Effektive Strategien zur Kontrolle und Umgang mit
Ausbreitungswegen von Erregern im Luftverkehr“ wird vom 01. September 2016 bis zum 31. August 2019 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Zwanzig20“ mit einer Summe von 2,6 Millionen Euro (davon knapp 500.000 Euro TU Braunschweig) gefördert. Es ist Teil des Forschungsverbunds „InfectControl 2020“ mit einer Gesamtfördersumme von 45 Millionen Euro. Die Projektpartner sind:

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Lehrstuhl für Materialwissenschaft
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig
TU Braunschweig, Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Klimawirkung und Vulnerabilität
Robert Koch-Institut Berlin, Fachgebiet 32 Surveillance, Berlin
Schmuhl Faserverbundtechnik GmbH & Co. KG
Airport Service Gesellschaft mbH
Villeroy & Boch AG (V&B), Global R&D
Airbus Operations GmbH
Pall GmbH Medical
Flughafen Düsseldorf GmbH
Mitteldeutsche Flughafen AG
Klinikum St. Georg gGmbH, Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie

Kontakt
Dipl.-Ing. Architekt Wolfgang Sunder
Dipl.-Ing. Architekt Jan Holzhausen
Technische Universität Braunschweig
Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen (IIKE)
Pockelsstraße 3
38106 Braunschweig
Telefon: 0531/391-2543
E-Mail: w.sunder@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/iike

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