BAuA-Forschungsbericht zum richtigen Lüften im Büro

Das Wohlbefinden von Beschäftigten hängt stark vom Raumklima ab. Zugluft, trockene Luft, verbrauchte Luft oder die falsche Raumtemperatur – all dies kann zu Unwohlsein führen. In der Praxis ist es meist schwierig, systematisch die Ursachen zu ermitteln, die zu den Befindlichkeitsstörungen führen. Eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Ausschusses für Arbeitsstätten (ASTA) hatte die Aufgabe, eine technische Regel für Arbeitsstätten zu erarbeiten, die die Anforderungen an die Lüftung enthält und der Arbeitsstättenverordnung entspricht.

Um der technischen Regel eine wissenschaftliche Grundlage zu geben, führte im Auftrag der BAuA die Firma Klimakonzept im Rahmen eines Forschungsprojektes einen Feldversuch in einem Büro mit Fensterlüftung im Winter durch. Dabei wurden sowohl stationäre Lüftung (Spaltlüftung) als auch Stoßlüftung untersucht, um daraus Handlungsanweisungen und Regeln für die freie Lüftung abzuleiten. Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass die aus Laborversuchen bekannten Grenzen für die thermische Behaglichkeit auch für das normale Büro gelten.

Der BAuA-Forschungsbericht „Lüftungsregeln für freie Lüftung“ fasst die Ergebnisse des Feldversuches zusammen. So steht in ihm beispielsweise, wie Kippfenster je nach Außentemperatur und Windstärke eingestellt werden müssen, damit sich die Personen im Raum wohlfühlen. Auch eine Kombination aus Spalt- und Stoßlüftung ist dabei unter Umständen ratsam. Bei den Versuchen zeigte sich, dass Stoßlüftung energetisch nicht generell günstiger ist als Dauerlüftung.

Die Ergebnisse des Forschungsberichtes wurden bei der Erarbeitung der Arbeitsstättenregel (ASR) A3.6 „Lüftung“ berücksichtigt. Diese Arbeitsstättenregel hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Januar 2012 bekannt gemacht und sie steht unter .

Lüftungsregeln für freie Lüftung, Klaus Fitzner, Ulrich Finke; 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012, 88 Seiten, ISBN: 978-3-88261-105-2. Der Bericht steht als PDF unter .

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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