Balkan-Mafia und staatliche Seilschaften

(djd). Winterzeit ist Schmökerzeit. Deshalb sind Bücher für Lesehungrige ein Weihnachtsgeschenk, das gut ankommt. Sehr beliebt sind beispielsweise Kriminalromane, bei denen der Kommissar durch die Wirrungen der verschiedensten Spuren am Ende den Fall löst. Heutzutage erwartet der Leser allerdings darüber hinaus eine anspruchsvolle Geschichte mit aktuellem Thema in realistischem Milieu.
Der neue Politthriller „Anschlag im April“ von Ulrich Cardell erfüllt all diese Erwartungen und bietet spannende Lesestunden.

Kommissar Brockmann im politischen Nebel

Im Mittelpunkt steht der Mainzer Kommissar Brockmann, der es mit einem Anschlag auf einen Solarzellenhersteller zu tun bekommt. Das Unternehmen arbeitet an der Entwicklung einer alternativen und von den großen Versorgern unabhängigen Energiebelieferung der Bevölkerung. Schnell ist klar, dass es sich hier um eine politische Tat handelt, welche gegen die aktuelle EU-Politik der Regierung ausgerichtet ist. Engagiert sucht und findet Brockmann die Attentäter unter bekannten ausländischen Gegnern der Europäischen Union. Er gerät dabei in große persönliche Gefahren und muss sich auch mit den brutalen Methoden der Balkan-Mafia auseinandersetzen. Doch nach und nach wird Brockmann klar, dass die wahren Drahtzieher ganz woanders sitzen. Mit dubiosen Einmischungen seitens der eigenen Regierung konfrontiert, beginnt er zu verstehen, dass er selbst gezielt als Spielball politischer Machenschaften benutzt wird.

Aktuelle Thematik: Europa und Neue Energien

Die EU-Thematik beschäftigt in diesen Zeiten wohl jeden mehr oder weniger. Sie zum Mittelpunkt eines Politthrillers zu machen, hinterlässt daher beim Leser nicht nur das Gefühl, ein spannendes Buch vor sich zu haben, sondern macht aufgrund der Bezüge zum aktuellen Geschehen auch ein wenig nachdenklich. Nicht von ungefähr hat der Autor Ulrich Cardell seine Geschichte auch in einem Unternehmen beginnen lassen, das neue Wege der Energieversorgung betritt und dabei alteingesessenen staatlichen Seilschaften in die Quere kommt.
Der Roman „Anschlag im April“ (Verlag Südwestbuch, ISBN-Nummer 978-3942661942, 297 Seiten), ist als Taschenbuch für 12,50 Euro im Buchhandel erhältlich.

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