Bakteriophagen: Wissenschaftler gründen Netzwerk für Forschung und Anwendung

Sie gelten als mögliche Alternative zu Antibiotika: Bakteriophagen genannte Viren, die in Bakterien eindringen und die Erreger abtöten. In Deutschland wurde die Forschung zu den Bakterienkillern lange vernachlässigt. Ein neues bundesweites Netzwerk soll dies ändern: Das beschlossen Wissenschaftler und Vertreter von Pharma-Unternehmen aus ganz Deutschland im Rahmen einer internationalen Konferenz zur Bakteriophagenforschung an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Über 100 Teilnehmer des 1. Deutschen Bakteriophagen-Symposiums beschlossen die Gründung des neuen Forums am gestrigen Mittwochvormittag. Kontaktstelle für das neue Forum ist das Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften der Universität Hohenheim.

Inhalte und Aufgaben sollen sein:

• Verschiedene Disziplinen in Natur- und Umweltwissenschaften, Gesundheitswesen, Medizin, Pharmazie, Landwirtschaft, Ernährungs- und Wirtschaftswissenschaften vernetzen

• Bedarfsträger, Forschung, Wirtschaft, Zulassungsbehörden, Fördermittelgeber und gesellschaftliche Akteure miteinander ins Gespräch bringen, um mithilfe von Bakteriophagen neue Lösungen zu entwickeln für human- und veterinärmedizinische Therapien, Lebensmittelhygiene und Umweltsanierung. Auch die Anwendung in kosmetischen Produkten und in möglichen weiteren Anwendungsfeldern soll gefördert werden.

• Deutsche Phagenforschung in bereits bestehende internationale Netzwerke einbinden und produktive Partnerschaften fördern

• Eine Übersicht aller relevanten Akteure in Deutschland mit Kontaktdetails anbieten

• Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern

• Forschungsaktivitäten anbahnen

Interessierte Wissenschaftler und Fachleute auf dem Gebiet der Phagenforschung und –anwendung können sich ab sofort mit dem Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften in Verbindung setzen: https://health.uni-hohenheim.de/phagen

HINTERGRUND: Phagenforschung & Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften

Organisiert wurde das erste Deutsche Phagen-Symposium durch das Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften (FZG) der Universität Hohenheim. Das FZG bietet eine dynamische Plattform für alle Akteure, die an Themen und gemeinsamen Projekten im Bereich Lebenswissenschaften und Gesundheitsforschung interessiert sind. Es fördert interdisziplinäre Spitzenforschung und ihre Anwendung im Sinne des „One Health“-Konzeptes, verlinkt institutsübergreifend Expertise in verschiedenen Themenfeldern, z. B. Biologie, Immunologie, Gesundheitswesen, Medizin, Landwirtschaft, Ernährungs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und stärkt die Brücken zwischen Forschung und Anwendung, z. B. zwischen Labor, Klinik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Akteuren. Im Bereich der Phagenforschung bietet das FZG an, als die nationale Kontaktstelle für Phagenforschung und deren Anwendung zu fungieren.

Kontakt für Medien
PD Dr. Wolfgang Beyer, Institut für Infektions- und Umwelthygiene bei Nutztieren, Universität Hohenheim; Wissenschaftlicher Sprecher Nationales Forum Phagen (interim)
T 711 459 22429, E Wolfgang.Beyer@uni-hohenheim.de

Katerina Potapova, Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften, Universität Hohenheim
T 0711 459 24615, E katerina.potapova@uni-hohenheim.de

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