Bad Oeynhausen: Wegleitende Forschung in der Kinderherzdiagnostik

Jan-Pit Horst erhielt den Wissenschaftspreis in Höhe von 1.000 Euro für die beste Posterpräsentation, die auf aktuelle Ergebnisse des kinderkardiologischen Forscherteams zurückgreift. Im Rahmen einer überregionalen Kooperation wurden 394 Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren mit einem hochauflösenden 4D-Ultraschallsystem untersucht. Dieses echokardiographische Echtzeit-Verfahren ermöglicht eine exakte Beurteilung der Herzkammern und wird sowohl zur ersten Diagnostik von Herzfehlbildungen als auch zur Verlaufskontrolle z.B. nach einer Operation eingesetzt. Horst hat nun erstmals Normwerte für dieses Verfahren der Darstellung der rechten Herzkammer vorgestellt, deren Abbildung sich in der Vergangenheit aufgrund ihrer unkonventionellen Form, Lage und Größe als schwierig erwies. Seine Ergebnisse zu den Funktionsleistungen des rechten Herzens können zukünftig entscheidend für die Therapie und Prognose der Kinder sein, die mit einer angeborenen Herzfehlbildung geboren werden.

Als einer der drei besten Vorträge der Jahrestagung wurde die Vorstellung von Privatdozent Dr. Kai Thorsten Laser gewürdigt, der den Einfluss der Atmung auf die Herzfunktion von Kindern untersucht hat, die nur eine funktionsfähige Herzkammer besitzen. Laser nahm dazu in Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung des HDZ NRW Echtzeitflussmessungen bei 30 Patienten mittels Kernspintomographie vor und konnte dazu beachtliche Ergebnisse vorlegen: Modernste Geräte machen einen Aufnahmemodus im Abstand von 25 Millisekunden möglich und erlauben damit höchst verlässliche Aussagen über das Pumpvolumen des Herzens. Die Studienergebnisse überzeugten die Gutachter so sehr, dass Laser diese nun auf Einladung der Spanischen Gesellschaft für Kinderkardiologie auch vor europäischem Fachpublikum im kommenden Mai in Valladolid, Spanien, vorstellen wird.

Hintergrundinformation:
Zehn von 1.000 Kindern in Deutschland kommen mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. In etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle ist die rechte Herzkammer betroffen. Die bildgebenden Verfahren von Ultraschall (Echokardiographie) und Magnetresonanztomographie (Kernspin oder MRT) erlauben eine exakte Diagnose komplexer Fehlbildungen. Die Forschungen zur Ultraschalldiagnostik und Magnetresonanztomographie im HDZ NRW werden seit 2013 projektbezogen von der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V. mit dem Ziel unterstützt, noch frühere und präzisere Diagnosemöglichkeiten auf der Basis optimierter Behandlungsformen voranzutreiben, um langfristig die Lebensqualität von Kindern mit angeborenen Herzfehlern weiter zu erhöhen.

Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 14.700 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.

Das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Deniz Kececioglu und Dr. Eugen Sandica gehört zu den international führenden Kliniken bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler und ist zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Im Zentrum werden alle Arten von angeborenen Herzfehlern im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter mit modernsten Methoden therapiert bei jährlich über 500 Operationen und über 400 Herzkathetereingriffen mit herausragenden Ergebnissen auch im internationalen Vergleich.

——-
Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung: Anna Reiss
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Scroll to Top