Bad Oeynhausen ist TAVI-Zentrum

Zur Erteilung des Prüfsiegels richteten die Gutachter ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Qualitätsstandards beim mittels Herzkatheter durchgeführten Ersatz der Aortenklappe (TAVI). Im HDZ NRW wird dieser Eingriff grundsätzlich von einem gemeinsamen Herz-Team unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte (Kardiologie) und Prof. Dr. Jan Gummert (Herzchirurgie) durchgeführt. Die TAVI-Prozedur wird in Bad Oeynhausen seit 2009 durchgeführt. 2015 wurden 350 Transkatheter-Aortenklappen im HDZ NRW implantiert. Das Verfahren ist für Patienten vorbehalten, für die eine Herzoperation aufgrund ihres Alters oder bestehender Begleiterkrankungen ein hohes Risiko bedeuten würde.

Beim Klappenersatz mittels Herzkatheter ist keine Vollnarkose erforderlich. Der Eingriff ist in aller Regel weniger belastend für den Patienten, da auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden kann. Dabei wird die neue Aortenklappe im zusammengefalteten Zustand mit dem Katheter exakt platziert. Dies geschieht entweder über die Leistenarterie (transfemoraler Zugang) oder über die Herzspitze (transapikaler Zugang).

Zu der Einzelentscheidung für das für den Patienten am besten geeignete und schonendste Verfahren, das auch langfristig eine hohe Lebensqualität verspricht, setzen sich die Mitglieder des HDZ-Herzteams vor jedem Eingriff zusammen. Die erfahrenen Oberärzte der Herzchirurgie und Kardiologie beurteilen dabei gemeinsam mit Anästhesisten, Intensivmedizinern, Radiologen und einer Psychologin die Vor- und Nachteile des anstehenden Verfahrens.

Hintergrundinformation:

Die Aortenklappenverengung (Stenose) ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung. Sie tritt meist in höherem Alter auf, weil sich die drei halbmondförmigen Klappentaschen aufgrund von Verschleiß (Degeneration) oder Verkalkung (Sklerose) nicht mehr weit genug öffnen können. Dadurch muss die linke Herzkammer einen deutlich erhöhten Druck aufbringen, um das Blut durch die verengte Klappe zu pressen. Die Folge: Betroffene leiden unter Atemnot, Brustenge, plötzlicher Bewusstlosigkeit oder akuter Herzschwäche. Die Lebenserwartung ist bei symptomatischen Patienten deutlich eingeschränkt.

Etwa drei bis fünf Prozent der über 75-Jährigen weisen eine hochgradige Verengung der Aortenklappe auf. Wenn die Klappe sich nicht mehr weit genug öffnen kann, muss sie ersetzt werden.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier Universitätskliniken und Institute seit 30 Jahren interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik und zugleich Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum.

Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
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Leitung: Anna Reiss
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32545 Bad Oeynhausen
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