Bad Oeynhausen etabliert schonendste Kinderherzkathetertechnik

Bei Eingriffen an den Herzen ihrer jungen Patienten handeln Prof. Dr. Deniz Kececioglu und Dr. Eugen Sandica, Chefärzte im Zentrum für angeborene Herzfehler im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, nach einem strengen Prinzip: „Die bestmögliche Diagnose und Therapie sollte zugleich so schonend und zügig wie möglich stattfinden.“ Seit neuestem greifen sie daher auf die beste und strahlungsärmste Röntgendiagnostik bei Herzkatheterunter-suchungen zurück, die derzeit weltweit verfügbar ist. „So stellen wir sicher, dass die Belastung für unsere Patienten vom Säuglingsalter bis zum jungen Erwachsenen so niedrig wie möglich ist“, betont Prof. Dr. Deniz Kececioglu, Direktor der Kinderkardiologie im HDZ NRW.

Nach EKG, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen liefert eine Herzkatheteruntersuchung bei Kindern wichtige zusätzliche Informationen zu Größe und Funktion des Herzens, die für die weitere Behandlung – sei es Operation, Kathetereingriff oder medikamentöse Therapie – entscheidend sind. „Bei etwa 70 bis 80 Prozent der Kinder-Herzkatheter kann unmittelbar im Anschluss an die Diagnosestellung der Eingriff als sogenannte Katheterintervention erfolgen“, erläutert PD Dr. Nikolaus Haas, Leiter des Kinderherzkatheterlabors im HDZ NRW. Jährlich werden hier über 500 Herzkatheteruntersuchungen bei Kindern durchgeführt.

Ein Säuglingsherz ist etwa so groß wie eine Walnuß – entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Bildqualität bei der Darstellung der kleinen Herzgefäße. Als erstes Kinderherzzentrum in Deutschland nutzt das Herz- und Diabeteszentrum NRW dazu jetzt die moderne Bildoptimierungstechnologie „AlluraClarity“ (Hersteller Philips). Die hervorragende Bildqualität erlaube eine sehr sichere und schnelle Diagnose, bestätigt Katheterspezialist Haas: „Der größte Vorteil für unsere Patienten besteht jedoch in einer um 50 bis 80 Prozent geringeren Röntgenstrahlenbelastung im Vergleich zu herkömmlichen Systemen.“

Möglich wird dies in den AlluraClarity Systemen durch anwendungsoptimierte Dosisprogramme, eine automatische Echtzeit-Bildoptimierung mit mehr als 500 Parametern und neueste Rechnertechnologie. Das Resultat ist eine signifikante Dosisreduzierung ohne Bildqualitätsverluste. Durch die Wahl einer niedrigeren Röntgendosis kann der Anwender bei Bedarf außerdem die Kontrastmittelgabe deutlich reduzieren – ebenfalls ein schonender Aspekt für die Patienten.
„Das erlaubt eine besonders genaue Diagnose, Risikoeinschätzung und Behandlung auch bei komplexen Eingriffen und Hochrisikopatienten.“ Eine wissenschaftliche Studie, die den Einsatz der Philips-Technologie im HDZ NRW seit März dieses Jahres begleitet und in Kürze abgeschlossen sein wird, belegt diese hervorragenden Ergebnisse. Und einen weiteren positiven Nebeneffekt der perfekten Kinderherzdiagnostik führt Prof. Kececioglu an: „Auch unser Personal im Herzkatheterlabor profitiert von der geringeren Röntgendosis: eine deutlich niedrigere Streustrahlung senkt das langfristige Gesundheitsrisiko für unsere Mitarbeiter erheblich.“


Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist ein
international führendes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit
37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa.

Das Zentrum für Angeborene Herzfehler des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Deniz Kececioglu und Dr. Eugen Sandica gehört zu den international führenden Kliniken bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler und ist zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Im Zentrum werden alle Arten von angeborenen Herzfehlern im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter mit modernsten Methoden therapiert und jährlich rund 500 Operationen und über 500 Herzkathetereingriffe durchgeführt. Bei Herzklappeneingriffen erzielt das Zentrum herausragende Ergebnisse auch im internationalen Vergleich.

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