Babys: Dresdner Uniklinikum erreicht in 2.000er Marke in diesem Jahr einen Monat früher

Der deutliche Aufwärtstrend bei den Geburtenzahlen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus hält auch 2010 unverändert an: Während im Vorjahr das 2.000. Baby erst am 29. Dezember das Licht der Welt erblickte, war es dieses Jahr bereits am Dienstag, dem 23. November, um 10.29 Uhr soweit: Anna Ertelt (3.430 Gramm schwer und 53 Zentimeter groß) ist das diesjährige Millenniums-Baby der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Im Vergleich zu 2009 ergibt sich für die ersten elf Monate des Jahres einen Anstieg der Neugeborenenzahl um knapp 12 Prozent. Zeitgleich zum Jubiläum des 2.000. Neugeborenen erweitert die Uni-Frauenklinik das Angebot in der vorgeburtlichen Diagnostik: Als eine der ersten Kliniken in Deutschland richtet der Bereich Pränatalmedizin eine Kliniksprechstunde für Frauen in der elften bis 14. Schwangerschaftswoche ein, um frühzeitig Komplikationen auszuschließen oder zu erkennen.

Die Uni-Frauenklinik rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 2.200 Babys, die in den fünf Kreißsälen das Licht der Welt erblicken. Im Vergleich zu 1994 – damals wurde mit 749 hier geborenen Babys der absolute Tiefpunkt erreicht – verdreifachen sich die Zahlen fast. Im diesjährigen Wert sind 87 Zwillingspärchen enthalten – das sind bereits zwei mehr als im gesamten Vorjahr. Seit Januar zählte die Klinik zudem drei Geschwister-Trios und erreicht damit bereits heute die 2009-er Zahl. Auf Mehrlingsgeburten sowie die spezielle Betreuung zu früh geborener Kinder ist das Universitäts Kinder-Frauenzentrum optimal vorbereitet: Es ist das einzigste ostsächsische Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1). In dem Zentrum arbeiten die Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie für Kinder- und Jugendmedizin eng zusammen und stellen so die lückenlose Versorgung der Mütter und Kinder in Schwangerschaft, Geburt sowie der Zeit danach sicher: Beide Bereiche sind Tür an Tür im selben Gebäude untergebracht. Vom Kreißsaal bis zur Intensivstation für Früh- und Neugeborene sind es auf derselben Ebene nur wenige Meter.

Neues Screening-Angebot nimmt Eltern Sorge um das Baby
Zeitgleich zum Jubiläum des 2.000. Neugeborenen erweitert die Uni-Frauenklinik das Angebot in der vorgeburtlichen Diagnostik: Als eine der ersten Kliniken in Deutschland richtet der Bereich Pränatalmedizin eine Erst-Trimester-Kliniksprechstunde für Frauen in der elften bis 14. Schwangerschaftswoche ein. In diesem Rahmen bieten die Ärzte ein erweitertes Screening vor allem für Patientinnen mit erhöhten Komplikationsrisiken an: Dies ist vor allem für werdende Mütter wichtig, die bei vorhergehenden Schwangerschaften eine Präeklampsie – im Volksmund Schwangerschaftsvergiftung – erlitten oder beispielsweise an Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen leiden. „Diese Frauen können wir dank der Ergebnisse des erweiterten Screenings besser und umfassender beraten. Häufig ist es sogar möglich, ihnen die Sorgen um Komplikationen zu nehmen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. So errechnen die Ärzte bestimmte Risiken – etwa für schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck oder die Präeklampsie. Dies ist besonders effektiv für deren schwere Frühform: Bei etwa 90 Prozent der Schwangerschaften, die diese Frühform entwickeln werden, können die Experten der Uni-Frauenklinik das entsprechende Risiko erkennen. Die betroffenen Mütter erhalten dann eine unmittelbar nach den Untersuchungen beginnende individuelle Betreuung.

Dank des erweiterten klinischen Screenings lassen sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel auch ein Großteil kindlicher Fehlbildungen und weitere Komplikationen ausschließen. Im Rahmen klinischer Forschun¬gen wird gezielt an der Früherkennung von Neuralrohrdefekten gearbeitet. Ein Beispiel ist der sogenannte offene Rücken – Spina bifida –, für den es bisher keine sichere Erkennungsmöglichkeit zu einem so frühen Zeitpunkt gibt. „Für etwa 85 Prozent der Schwangeren können wir damit bereits in diesem Stadium Entwarnung für einen Großteil der Schwangerschaftskomplikationen geben“, erklärt Dr. Gabriele Kamin, Oberärztin für die Geburtshilfe der Uni-Frauenklinik. Bei allen jetzt angebotenen Screening-Methoden wird nicht in den Körper der Schwangeren eingegriffen: Die Spezialisten Dr. Gabriele Kamin und Dr. Robert Lachmann nutzen lediglich so genannte nichtinvasive Verfahren. Damit bergen diese Untersuchungen selbst keine erhöhten Risiken für Fehlgeburten oder andere Schwangerschaftskomplikationen.

Hebammen-Sprechstunde sichert engen Kontakt zur Klinik
Die Hebammen-Sprechstunde ebnet werdenden Müttern, die keine weitergehende medizinische Betreuung benötigen, bereits im Vorfeld der Geburt einen engen Kontakt zur Uni-Frauenklinik. Abgestimmt auf die Bedürfnisse der in dieser Zeit oft noch berufstätigen Mütter stehen die Hebammen für individuelle Gespräche auch an Nachmittagstunden zur Verfügung. Interessierte können sich telefonisch unter der 0351 / 458 23 65 anmelden oder jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat zum Informationsabend für werdende Eltern in die Uni-Frauenklinik kommen. Die Hebammen denken auch an die Geschwister in spe: In einem einstündigen Kurs erfahren die Kinder alles um Schwangerschaft ihrer Mütter und die anstehende Geburt ihrer Schwester oder ihres Bruders. Außerdem lernen sie, wie Babys getragen, gefüttert und gepflegt werden.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Wolfgang Distler
Tel. 0351/ 4 58 34 20
Fax 0351/ 4 58 43 29
E-Mail: frauenklinik@uniklinikum-dresden.de

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