AWMF verleiht Ehrenmedaille an Professor Hans Reinauer

Nach Dr. Rainer Hess und Professor Dr. rer. biol. hum. Hans-Konrad Selbmann ist Professor Reinauer der dritte Träger der AWMF-Ehrenmedaille. Die Verleihung fand auf der AWMF-Delegiertenkonferenz am 18. Mai 2019 in Frankfurt am Main statt.

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Mit der Verleihung der Ehrenmedaille der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V. zeichnet die AWMF Professor Dr. med. Hans Reinauer (86) als einen ihrer engagiertesten Mitstreiter für seine jahrzehntelangen Verdienste aus. In seiner Zeit als Präsident der AWMF von 1991 bis 2000 hat Reinauer ganz wesentlich dazu beigetragen, die AWMF im Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland als eine unverzichtbare Institution zu etablieren. In seiner Amtsperiode standen neben vielen anderen Aktivitäten zwei Schwerpunktprojekte im Zentrum: der Aufbau eines Programms für die Erstellung medizinischer Leitlinien und die Gründung von ‚German Medical Science‘, einem Online-Portal für Zeitschriften, Kongresse und Forschungsberichte in der Medizin. „Vor allem mit seinem Engagement für die Leitlinien-Arbeit hat er die gesamte Medizin bleibend verändert“, betont Professor Dr. med. Rolf Kreienberg, Präsident der AWMF. 1995 hatte der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen die AWMF gebeten, Standards, Richtlinien, Leitlinien und Empfehlungen der wissenschaftlichen-medizinischen Fachgesellschaften voranzutreiben und zu koordinieren. „Unter Professor Reinauers umsichtiger Führung begann 1996 die sich bis zum heutigen Tag systematisch weiterentwickelnde Leitlinienarbeit der AWMF“, ergänzt Kreienberg. Die unter dem Dach der AWMF vereinigten 180 medizinischen Fachgesellschaften arbeiten mit sachkundiger Unterstützung des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) mittlerweile kontinuierlich an evidenzbasierten Empfehlungen zur medizinischen Diagnostik, Therapie und Entscheidungsfindung. Sie bieten Ärzten in Klinik und Praxis Orientierung und stellen die Umsetzung einer wissenschaftlichen Medizin sicher.

Der international renommierte Biochemiker Reinauer wird von der AWMF aber auch für seine Arbeit zur Qualitätssicherung medizinischer Laboratorien geehrt. So hatte er unter anderem in seiner Funktion als Präsident der World Association of Societies of Pathology and Laboratory Medicine (1995 bis 1997) und als Berater der WHO in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts maßgeblich zur internationalen Standardisierung des Laborwesens beigetragen.

Bis 2018 wirkte Reinauer außerdem als Editor-in-chief für German Medical Science (GMS) – das AWMF-Portal, das Ärzten und Wissenschaftlern den unmittelbaren Zugang zu medizinischen Erkenntnissen ermöglicht. Reinauers Engagement ist es darüber hinaus zu verdanken, dass die Kooperation mit dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) und dem ZBMed – Informationszentrum Lebenswissenschaften auf- und ausgebaut werden konnte.

Professor Reinauer wurde 1933 in Bátaszék/Ungarn geboren. Er studierte in Bonn, Freiburg und Düsseldorf Medizin. Nach der Promotion 1959 erfolgte 1968 die Habilitation. 1971 wurde er Abteilungsleiter für Klinische Biochemie am Diabetes-Forschungsinstitut der Düsseldorfer Universität, 1973 berief ihn die Hochschule auf den Lehrstuhl für Klinische Biochemie. Ihr blieb er bis zu seiner Emeritierung 1998 treu. In den Jahren 1978/79 war er Dekan der Medizinischen Fakultät. Von 1981 bis 1989 war Reinauer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin. 1985 bis 1991 war er stellvertretender Präsident der AWMF, bis er dann von 1991 bis 2000 die Präsidentschaft übernahm. Zahlreiche Ehrungen wurden Reinauer zuteil, darunter das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (2004) sowie die Ehrenpräsidentschaft der AWMF (2009).

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Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) bündelt die Interessen der medizinischen Wissenschaft und trägt sie verstärkt nach außen. Sie handelt dabei im Auftrag ihrer 179 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Gegründet 1962 mit dem Ziel, gemeinsame Interessen stärker gegenüber dem Staat und der ärztlichen Selbstverwaltung zu positionieren, erarbeitet die AWMF seitdem Empfehlungen und Resolutionen und vertritt diese im wissenschaftlichen und politischen Raum. Die AWMF ist Ansprechpartner für gesundheitspolitische Entscheidungsträger, wie den Gemeinsamen Bundesausschuss, und koordiniert die Entwicklung und Aktualisierung medizinisch wissenschaftlicher Leitlinien in Deutschland. Jede gemeinnützige Fachgesellschaft in Deutschland kann Mitglied werden, sofern sie sich wissenschaftlichen Fragen der Medizin widmet. Die AWMF finanziert sich vorwiegend durch die Beiträge ihrer Mitgliedsgesellschaften und Spenden.

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