Auszeichnung für herausragende Krebsforschung

Coronavirus-Forschung

Der Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille gehören zu den höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland. Die Preise wurden am Donnerstag, 20. Juni 2024, in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) von Professor Dr. Michael Manns gemeinsam mit dem stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden der Förderstiftung, Prof. Dr. Siegfried Piepenbrock, überreicht. Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis wird von der Förderstiftung MHH plus finanziert und gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) verliehen.

„Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis ist nicht nur eine Anerkennung der herausragenden Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger, sondern auch ein Ansporn für alle, die sich der Krebsforschung verschrieben haben. Er würdigt diejenigen, die sich unermüdlich dem Kampf gegen die Volkskrankheit Krebs widmen und durch ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse neue Hoffnung und Therapiemöglichkeiten schaffen“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Ich gratuliere Professor Dr. Michael Bamberg und Dr. Franziska Blaeschke herzlich zur Auszeichnung. Ihr Wirken und die exzellente Krebsforschung tragen dazu bei, Leben zu retten und die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern.“

Verleihung der Medaille und des Forschungspreises

Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille wurde Professor Dr. Michael Bamberg, ehemaliger Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Tübingen sowie ehemaliger Direktor des Instituts für Radioonkologie, ausgezeichnet. Der Radioonkologe hat als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft und des Deutschen Krebskongresses in besonderem Maße die Entwicklung der zertifizierten Strukturen mit Organkrebszentren, onkologischen Zentren und Comprehensive Cancer Centern in Deutschland geprägt.

Den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis, gerichtet an junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit, erhielt Dr. Franziska Blaeschke. Die Ärztin und Wissenschaftlerin leitet eine Leibniz-Nachwuchsgruppe für Pädiatrische Immunonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum und Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg und forscht daran, die Immuntherapie von kindlichen Tumoren, insbesondere Hirntumoren, zu verbessern.

„In diesem Jahr ehren wir mit Professor Michael Bamberg einen herausragenden Vertreter der Radioonkologie, der auch berufspolitisch bedeutende überregionale Akzente gesetzt hat“, betonte MHH-Präsident Professor Dr. Michael Manns. „Und mit Dr. Franziska Blaeschke zeichnen wir eine erfolgreiche Forscherin aus, die bereits in sehr jungen Jahren an verschiedenen Orten beidseits des Atlantik viel beachtete Beiträge zu einem besonders aktuellen Thema der Onkologie geleistet hat: der Immuntherapie von Tumoren mit CAR-T-Zellen.“

Der Kampf gegen den Krebs ist sein Lebensthema – Professor Dr. Michael Bamberg

Heute werden in Deutschland 60 Prozent der Krebspatientinnen und –patienten in zertifizierten Zentren therapiert, und es spielt keine Rolle mehr, ob die Behandlung in Kiel oder Konstanz erfolgt. Das hat konkrete Auswirkungen auf die Lebenswelt vieler Patientinnen und Patienten: höhere Überlebenschancen und eine bessere Lebensqualität trotz einer Krebsdiagnose. Dieser Erfolg ist auch der Verdienst von Professor Dr. Michael Bamberg. Als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft von 2004 bis 2008 hat er den Nationalen Krebsplan entscheidend mit vorangebracht und die Entwicklung von zertifizierten Organkrebszentren, onkologischen Zentren und Comprehensive Cancer Centern wesentlich geprägt. „Über diese ehrenvolle Wertschätzung meines ärztlichen Engagements und der klinischen Forschungsaktivitäten freue ich mich sehr“, erklärte Professor Bamberg.

Gleichzeitig haben seine richtungsweisenden radioonkologischen Studien die Therapie von Hirntumoren grundlegend mitgestaltet – für seine Verdienste in der klinischen Krebsforschung erhielt er 2012 den renommierten Deutschen Krebspreis. Als Vorsitzender des Leitlinienprogramms Onkologie setzte er sich außerdem für die Entwicklung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler onkologischer Leitlinien ein. Nicht zuletzt war er entscheidend daran beteiligt, die Radioonkologie als eigenständiges Fach in Deutschland zu etablieren, die Gründung einer eigenen Fachgesellschaft, der „Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie“ im Jahr 1995 ging wesentlich auf sein Betreiben zurück.

Professor Bamberg folgte 1988 dem Ruf an die Radioonkologie des Tübinger Universitätsklinikums. Bereits zehn Jahre später übernahm er die Geschicke des gesamten Klinikums – als Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. In den ersten Jahren bekleidete er das Amt noch parallel zu seiner klinischen Tätigkeit als Ärztlicher Direktor der Radioonkologie; von 2012 bis 2023 war er hauptamtlich in dieser Funktion tätig.

Das menschliche Immunsystem nutzen, um Krebserkrankungen zu behandeln – Dr. Franziska Blaeschke

Die Immunonkologie ist mittlerweile ein wesentlicher Pfeiler in der Krebstherapie und für viele Patientinnen und Patienten die Chance auf ein Langzeitüberleben bei guter Lebensqualität. Diese Therapieform weiter zu entwickeln, treibt auch die Assistenzärztin für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Franziska Blaeschke an. „Seit vielen Jahren fasziniert mich die Idee, das menschliche Immunsystem zu nutzen, um Krebserkrankungen zu behandeln. Mit meiner Forschung möchte ich dazu beitragen, insbesondere an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen mit schlechter Prognose langfristig eine Zukunft zu geben“, sagte die 36-Jährige.

Nach Stationen an den Universitätsklinika in Tübingen und München und einem Forschungsaufenthalt in den USA baut Dr. Blaeschke aktuell eine Nachwuchsgruppe für Pädiatrische Immunonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum und Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg auf. In den vergangenen Jahren haben CAR-T-Zellen die Behandlung von hämatologischen Krebserkrankungen revolutioniert – bei den meisten soliden Tumoren zeigten sie sich aber wenig effektiv. „Gemeinsam haben wir das Ziel, die Immunzellfunktionalität im Kontext solider Tumoren zu entschlüsseln und eine neue Generation von Immuntherapien für die Krebsbehandlung zu entwickeln“, erklärte Dr. Blaeschke.

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