Auszeichnung der Chica und Heinz Schaller-Stiftung für exzellenten jungen Forscher

Pressemitteilung
Heidelberg, 19. Januar 2017

Auszeichnung der Chica und Heinz Schaller-Stiftung für exzellenten jungen Forscher
Förderpreis für Dr. Matthias Fischer ist mit Forschungsmitteln in Höhe von 100.000 Euro dotiert

Mit ihrem hochdotierten Förderpreis zeichnet die Chica und Heinz Schaller-Stiftung einen exzellenten jungen Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg aus: Die Auszeichnung, die mit Forschungsmitteln in Höhe von 100.000 Euro verbunden ist, geht an Dr. Matthias Fischer vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Die Stiftung würdigt damit seine Pionierarbeiten zur Erforschung von Virus-Wirt-Interaktionen bei eukaryotischen Einzellern. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stehen dabei einzellige Meeresorganismen. Der Preis wird im Rahmen einer Festveranstaltung vergeben. Dazu laden die Universität Heidelberg und die Stiftung am 26. Januar 2017 ein.

Matthias Fischer (Jahrgang 1976) studierte Biochemie an der Universität Bayreuth. Seine Dissertation entstand an der University of British Columbia in Kanada, an der er 2011 im Fach Mikrobiologie promoviert wurde. Anschließend wechselte er nach Heidelberg, wo er zunächst als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung tätig war. Seit 2014 leitet er dort eine Forschungsgruppe.

Der Biochemiker befasst sich in seiner Forschung mit sogenannten Riesenviren, die sich durch eine besondere Komplexität auszeichnen und bevorzugt eukaryotische Einzeller – das heißt Organismen, deren Zellen einen Zellkern besitzen – infizieren. Diese Viren sind hinsichtlich ihrer Partikel- und Genomgrößen mit Bakterien vergleichbar und weisen, so Dr. Fischer, eine „faszinierende Vielfalt“ auf. „Ausgestattet mit Hunderten von Genen, können sie zahlreiche biochemische Prozesse durchführen, die sonst auf zelluläre Organismen beschränkt sind. Überraschenderweise werden Riesenviren wiederum selbst von kleineren Viren parasitiert“, so der Heidelberger Wissenschaftler. In diesem Zusammenhang untersucht Dr. Fischer, wie Riesenvirus und kleineres Virus untereinander und mit der Wirtszelle Wechselwirkungen eingehen. Seine Forschungsgruppe hat herausgefunden, dass bestimmte Organismen mit dem kleineren Virus kooperieren, um sich vor dem Riesenvirus zu schützen. Eine solche Virus-vermittelte Immunität war nach Angaben von Matthias Fischer bisher unbekannt. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis zur Rolle von Viren im marinen Ökosystem.

Die von den Wissenschaftlern Prof. Dr. Chica Schaller und Prof. Dr. Heinz Schaller gegründete Stiftung fördert seit 2000 die biomedizinische Grundlagenforschung in Heidelberg, indem sie eine Stiftungsprofessur finanziert hat und Stipendien vergibt. Die Chica und Heinz Schaller-Stiftung engagiert sich insbesondere für die Einrichtung und Finanzierung der „Schaller Forschergruppen“, die an der Universität Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum arbeiten. Zu den wesentlichen Förderinstrumenten gehört auch der nach den beiden Stiftern benannte Preis, der seit 2005 jährlich an herausragende junge Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben wird.

Zum Auftakt der Festveranstaltung spricht Prof. Dr. Rohini Kuner vom Pharmakologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg, die Vorstandsvorsitzende der Chica und Heinz Schaller-Stiftung ist. Die Laudatio auf Dr. Matthias Fischer hält Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, der Sprecher des Zentrums für Infektiologie am Klinikum ist und als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung fungiert. Den Preis überreicht Prof. Dr. Karoly Nikolich, der sich ebenfalls im Stiftungsvorstand engagiert. In einem englischsprachigen Vortrag mit dem Titel „Viral giants and their hyperparasites: a glimpse into the fascinating world of protist viruses“ wird der Preisträger Einblicke in seine Forschungsarbeiten geben.

Die Preisverleihung am 26. Januar findet im Bioquant-Gebäude, Im Neuenheimer Feld 267, Ute-Greenier-Saal (7. Obergeschoss), statt und beginnt um 16.30 Uhr. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen.

Kontakt:
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Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
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