Ausverkauf der griechischen Natur?

(pur). Eine Nachricht schockt die Naturschützer in Griechenland und im Netzwerk Living Lakes. Die in Griechenland für die Privatisierung von Staatsvermögen zuständige Stelle, der Hellenic Republic Asset Development Fund, plant 40 Inseln zur langfristigen Pacht anzubieten. Die Liste dieser Inseln liest sich aus Sicht des Naturschutzes katastrophal. Viele der Inseln sind Bestandteile von Meeresnationalparken und ein Zuhause für vom Aussterben bedrohte Arten. Betroffen sind auch einige Inseln im Meeresnationalpark „Nördliche Sporaden“ und eine Insel bei Milos, wo die vom Aussterben bedrohte Mittelmeer-Mönchsrobbe in Höhlen noch ihre Jungen großzieht. Oder die kleine Insel der Strofaden, die zum Meeresnationalpark Zakynthos gehört und ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel im Ionischen Meer ist. Auch die bedrohten Gelbschnabel- und Schwarzschnabel-Sturmtaucher brüten dort noch. Soll das griechische Naturerbe aus Sparzwängen verschachert werden?
„Besorgniserregend ist, dass eine Verpachtung de facto einer Privatisierung und damit einem Verkauf gleichkommt, denn die Pachtverträge sollen bis zu 80 Jahre Laufzeit haben. Also leicht vorstellbar, dass die Inseln in Touristenzentren umgewandelt werden.“, erklärt Gerald Hau, Projektleiter bei der Umweltorganisation GOB. Dabei ist gerade in Griechenland der Einsatz für die Natur schon schwer genug, wie illegale Bauprojekte und verheerende Waldbrände beweisen. Alleine auf der Insel Zakynthos brannte es diesen Sommer mehr als zehn Mal und alle Brände waren Brandstiftung. Auch die Brutstrände der stark bedrohten Unechten Karettschildkröte (caretta caretta) auf der Insel Zakynthos und bei Kyparissia auf dem Peloponnes sind jetzt wieder in Gefahr.
Die private Nutzung der Inseln wird leider auch die Geldwäsche erleichtern. So flossen nach Angaben der Zeitschrift „Spiegel“ (36/2012) von 2010 bis 2011 ca. 199 Milliarden Euro Schwarzgeld nach Griechenland. Dies verbessert nicht einmal die strukturellen Probleme der griechischen Volkswirtschaft. Dabei gäbe es legale und nachhaltige Lösungsvorschläge. Bestehende Tourismusgebiete könnten qualitativ verbessert werden, statt unberührte Inseln durch privaten Tourismus zu zerstören. Davon würde nicht nur die einzigartige griechische Natur, sondern auch die lokale Bevölkerung langfristig profitieren.

Das 1998 gegründete Netzwerk Living Lakes wird vom Global Nature Fund koordiniert. Der Global Nature Fund ist ei

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