Ausschreibung: „Pflege in anderen Ländern: Vom Ausland lernen?“

Das Thema Kranken- und Altenpflege gewinnt in Deutschland zunehmend an Brisanz. Auf der einen Seite verzeichnen wir einen Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Kliniken tun sich zum Teil schwer, offene Stellen zu besetzen, und müssen in einzelnen Fällen sogar Leistungen reduzieren, weil die Betreuung der Patienten nicht gewährleistet werden kann. Pflegeheime stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten. Der Trend zur Ambulantisierung und der Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden versorgt zu sein, führen überdies zu einem veränderten Pflegebedarf. Auf der anderen Seite beklagen Pflegekräfte eine Überforderung und Überlastung. Durch die demografische Entwicklung wird sich diese Problematik weiter zuspitzen.

Die Politik hat das Thema „Pflege“ auf die Agenda gesetzt und im aktuell verhandelten Koalitionsvertrag konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. So sollen zum Beispiel neue Pflegestellen in Krankenhäusern geschaffen und die Vergütung der Pflege von der DRG-Vergütung getrennt werden. Der Beruf soll außerdem attraktiver gestaltet werden, etwa durch Möglichkeiten der Akademisierung. Gleichwohl gibt es im internationalen Vergleich in Deutschland durchaus viele Pflegekräfte, wenn man ihre Zahl auf die Bevölkerung bezieht. Wie lässt sich dieser Befund erklären? Welche Ausbildungsmöglichkeiten und welche Karriereoptionen gibt es in der Pflege in anderen Ländern? Wie ist die Pflege dort organisiert? Welche innovativen Pflegekonzepte gibt es, wie beispielsweise Buutzorg aus den Niederlanden? Wie ist die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen medizinischem und pflegerischem Personal geregelt? Werden moderne Technologien, Digitalisierung und Robotik eingesetzt, um das Pflegepersonal zu unterstützen?

Die Stiftung Münch vergibt eine Studie, in der diese Fragen untersucht werden sollen. Dazu sollen mindestens drei Länder dargestellt werden, die vom Auftragnehmer vorgeschlagen werden können. Nach einer Beschreibung für jedes Land sollen positive Ansätze herausgearbeitet und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, wie sie auf Deutschland übertragen werden können.

Für die Studie ist ein Budget von 50.000 Euro incl. MwSt. vorgesehen. Sie wird im Anschluss als Buch der Stiftung Münch herausgegeben. Das Angebot geben Sie bitte bis zum 23. März 2018 ausschließlich per E-Mail an ak@stiftung-muench.org ab. Projektstart ist Mitte April und Abgabe der Studie bis zum 31. August 2018.

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