Ausschreibung: Junior-Forschungsgruppe „Gesunde Orte – Therapeutische Landschaften“

Therapeutische Landschaften sind Orte, an denen Menschen Resonanzerfahrungen machen und in eine positive, gesundheitsfördernde Wechselwirkung mit einem Raum treten. Mit diesem Konzept wird der biomedizinische Krankheits- bzw. Gesundheitsbegriff ergänzt und die gesundheitswirksamen Aspekte der Mensch-Landschaft-Interaktion in eine holistische Konzeption von Gesundheit eingebracht.
Wissenschaft und Praxis sind aufgefordert, die Schnittstellen und Bezüge zwischen Ort, Landschaft und Gesundheit auszuloten und eine Systematisierung der vorhandenen Gesundheitschancen und -potenziale vorzunehmen, um Rückschlüsse auf notwendige Maßnahmen für eine gesundheitsfördernde Raum- und Landschaftsplanung zu ermöglichen.

Mit ihrer im Jahr 2018 erstmalig aufgelegten Initiative will die Peter Beate Heller-Stiftung interdisziplinäre Forschung anregen, welche die salutogenen Einflüsse von Orten, Landschaften und ihren Umweltressourcen auf die physische, psychische und soziale Gesundheit untersucht. Alle Forschungsfragen, die Gesundheitseffekte räumlicher Erfahrung und Interaktion fokussieren, sind in diese Ausschreibung eingeschlossen.

Exemplarische Forschungsfelder sind:
» Ideengeschichte, Theorien und Konzepte zum Wirken von Orten und Landschaften auf Gesundheit
» Potenzial gesundheitsfördernder Wirkungen von realen und virtuellen Landschaften
» Gestaltungs-, Nutzungs- und Perzeptionsmerkmale von Orten und Landschaft und ihre Einflüsse auf die physische, psychische und soziale Gesundheit (Natur-, Kultur- und urbane Landschaften)
» Messung, Bewertung und Objektivierung gesundheitsförderlicher Wirkungen von Landschaftselementen und -erfahrungen
» Physiologische und neurobiologische Grundlagen der Gesundheitswirkungen von Orten und Landschaften
» Landschaftserfahrung und Resilienz
» Bevölkerungsspezifische Aspekte des Zugangs und der Nutzung von Landschaftsräumen
» Umweltgerechtigkeit und Partizipation

Im Rahmen ihrer Ausschreibung fördert die Peter Beate Heller-Stiftung eine Junior-Forschungsgruppe für einen Zeitraum von bis zu 3,5 Jahren mit bis zu 560.000 Euro. Die Mittel werden für die Finanzierung von Postdoktoranden/innen und Doktoranden/innen sowie Reise- und Sachmittel zur Verfügung gestellt. Die Förderung kann eine sechsmonatige Vorbereitungsphase für den/die Postdoktoranden/in einschließen, an die sich die dreijährige Gruppenphase mit Postdoc- und Promotionsarbeiten anschließt. Grundsätzlich kann eine Verlängerung um weitere sechs Monate zum Abschluss der Promotionen beantragt werden (max. 50.000 Euro). Bei der Zusammensetzung der Gruppe muss der interdisziplinäre Ansatz deutlich werden. Angesprochen werden insbesondere Wissenschaftler/innen der Bereiche Medizinische Geographie, Gesundheitswissenschaften, Biomedizin, Psychologie, Neurowissenschaften, Landschaftsökologie, Forst- und Agrarwissenschaften sowie Landschafts- und Raumplanung.

Die Junior-Forschungsgruppe muss an einem ausgewiesenen Universitäts- oder Hochschulinstitut in Deutschland eingerichtet werden, das eine Integration in ein aktives Forschungsumfeld mit mittel- und langfristigen Perspektiven garantiert. Die Beantragung erfolgt gemeinsam mit dem/der verantwortlichen Hochschullehrer/in.

Für die Antragstellung fordern Sie bitte das entsprechende Merkblatt bei an. Eine Bewerbung ist bis zum 30. November 2018 möglich.

Über die Vergabe der Förderung entscheidet die Stiftung auf der Grundlage der Empfehlungen einer Begutachtungskommission.

Kontakt für Bewerbungen und Fragen:

Peter Beate Heller-Stiftung
im Stifterverband
Claire Kleiner
Barkhovenallee 1
45239 Essen

T 0201 8401-272
F 0201 8401-255
claire.kleiner@stifterverband.de

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