Ausgezeichnete Wege

(rgz-p). Gehen und Wandern sind die Urformen der Fortbewegung. Heutzutage genießen die Menschen die Bewegung an der frischen Luft jedoch aus ganz anderen Gründen als ihre Vorfahren. Mit eigener Muskelkraft Wiesen, Wälder und Berge zu entdecken ist für viele ein wohltuender Ausgleich zum hektischen Alltag. Wie das Deutsche Wanderinstitut auf seiner Webseite erklärt, „erweist sich regelmäßiges Ausdauergehen in der Natur als geradezu ideales Breitbandtonikum für die Prävention und Therapie fast aller Zivilisationskrankheiten, wobei sich die physischen, psychischen und mentalen Wirkungen der Bewegung einerseits und des Naturkontaktes andererseits wechselseitig verstärken.“ Wandern bedeutet also nicht nur Anstrengung, sondern auch Wohlfühlen. Und das ist der Grund, warum immer mehr Bundesbürger die Wanderschuhe schnüren und zu Tages- oder Mehrtagestouren aufbrechen. Dementsprechend bauen auch Regionen und Veranstalter ihre speziell auf Wanderer zugeschnittenen Angebote immer weiter aus.

Ausgezeichnet wandern am Bodensee

In Regionen mit einem milden Klima wie etwa dem Bodenseegebiet verlängert sich die Wandersaison bis spät in den Herbst. An den Ufern und im Hinterland des „schwäbischen Meeres“ können sich Bewegungshungrige auf einem abwechslungsreichen Wegenetz austoben. In der Ferienregion Gehrenberg-Bodensee verlaufen die Bodensee LandGänge und damit die einzigen zertifizierten Premiumwanderwege im gesamten Bodenseeraum. Besonders reizvoll im Herbst ist etwa die leichte Halbtages-Tour „Bermatinger Waldwiesen“, die – wie der Name schon sagt – über Wiesen, aber auch durch bunt gefärbte Weinberge und stille Wälder führt. Unter http://www.gehrenberg-bodensee.de gibt es weitere Informationen und genaue Tourenbeschreibungen. Immer wieder laden Aussichtspunkte dazu ein, Panoramablicke auf die glitzernde Wasserfläche des Sees und die Gipfelketten der Alpen zu genießen. Komfortabel: Entspannungsliegen aus Holz machen besonders entspannende Ruhepausen mitten in der Natur möglich. Aber nicht nur wegen der Natur ist die Ferienregion Gehrenberg-Bodensee im Herbst eine Reise wert. Markdorf mit seinen historischen Gassen und Fachwerkhäusern lernen Besucher am besten bei einer urigen Nachtwächterführung kennen.

Ostalb: Naturschönheiten und Kulturdenkmäler

Die farbenprächtige Natur genießen und dabei das eine oder andere Kleinod entdecken – diese genussvolle Mischung können Wanderurlauber beispielsweise rund um Ellwangen an der Jagst genießen. Die reizvolle Landschaft der schwäbischen Ostalb lässt sich auf einem gut ausgebauten Wanderwegenetz entdecken: Ob zu Weihern und Seen, durch Waldtäler oder über Höhen mit Panoramablick sowie zu Wallfahrtskirchen. Unter dem vielsagenden Titel „Wo einst die Römer die Barbaren bändigten“ führt eine zwölf Kilometer lange Tour zum Limestor bei Dalkingen und entlang des Limeswanderwegs zum Bucher Stausee und dem Römischen Wachturm bei Rainau-Schwabsberg. Urlauber, die das Wandern mit Kulturgenuss verbinden wollen, sei die zwölf Kilometer lange Route „Naturschönheiten und Kulturdenkmäler in und um Ellwangen“ empfohlen. Sie führt unter anderem zum fürstpröpstlichen Schloss hoch über Ellwangen, zur bekannten Barockkirche Schönenberg sowie zu den prächtigen Bürger- und Kirchenbauten in der Altstadt Ellwangens. Weitere attraktive Routen in der Region stellt die Karte „Wandern in den Ellwanger Bergen“ vor. Weitere Informationen finden Interessierte unter http://www.ellwangen.de im Internet. Nach ausgedehnten Touren können sich die Wanderer in den gemütlichen Ellwanger Restaurants kulinarisch belohnen.

Auf dem Hexenpfad wandern Kinder gern

Einmal eine Ritterrüstung anlegen und damit ein Schloss erkunden. Oder ein Bischofsgewand anziehen und den Spuren der Fürstbischöfe folgen. Es gibt wohl kaum ein Kind, das von solchen Verwandlungen nicht begeistert wäre. Realität werden sie bei einem Ausflug entlang der Hermannshöhen im Teutoburger Wald. Bei dieser Tour wird Geschichte buchstäblich lebendig – so etwa im Kloster Gravenhorst in Hörstel, wo eine Dienstmagd im Originalkostüm aus dem Nähkästchen plaudert und eine Nonne von ihrem Alltag vor mehr als 300 Jahren berichtet. Unter http://www.hermannshoehen.de gibt es alle Informationen zu den abenteuerlichen Programmen. Die 226 Kilometer langen Hermannshöhen bestehen aus Hermannsweg und Eggeweg, beides Kammwege und vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet. Die Hermannshöhen zählen außerdem zu den „Top Trails of Germany“ und damit zu den attraktivsten Fernwanderwegen Deutschlands. Nicht nur für passionierte Wanderer, sondern auch für Familien mit Kindern halten Landschaft, Städte, Burgen und Schlösser Ausblicke und Abwechslung bereit – für einen Wochenendausflug, einen längeren Urlaub oder als Idee für einen Kindergeburtstag. Unterwegs können die Kinder so manches Abenteuer bestehen, etwa auf dem „Tecklenburger Hexenpfad“, auf der Burg Ravensberg oder beim Erklettern der urzeitlichen Externsteine. Ein besonderes Naturerlebnis ist das Lama-Trekking, bei dem die Kinder selbst die Tiere führen dürfen.

Bei Baumwesen und Bachnymphen

Wer im Harz wandet, begegnet immer wieder uralten Sagen, Märchen und Mythen. In der niedersächsischen Stadt Bad Harzburg etwa starten geführte Touren, bei denen Urlauber Naturmythen hautnah erleben, die sich um Baumwesen, Bachnymphen oder legendäre Wölfe ranken. Unter http://www.bad-harzburg.de gibt es weitere Informationen. Aber auch Wanderer, die auf eigene Faust aufbrechen, finden hier viele Wege mit magischem Flair. Besondere Reize haben beispielsweise das verwunschene Eckertal oder das stets schattige „Kalte Tal“, das seinem Namen somit alle Ehre macht. Der sagenhafte „Teufelsstieg“ wiederum führt von Bad Harzburg auf den Brocken: Auf nur 13 Kilometern sind hier höllisch steile 950 Höhenmeter zu überwinden. Zu romantischen Spaziergängen laden dagegen über 100 Teiche ein, die als „Oberharzer Wasserregal“ bekannt sind. Sie stehen als Unesco-Welterbe unter besonderem Schutz. „Weltkultur erwandern – Mythen erleben“ lautet denn auch das Motto des Deutschen Wandertages, der 2014 in Bad Harzburg stattfindet. Vier weitere Welterbestätten sind ebenfalls einen Ausflug wert: die Altstadt und das Bergwerk Rammelsberg in Goslar sowie der Dom und die Michaeliskirche in Hildesheim.

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