Ausbildung weitergedacht – A-STAR: Interprofessionelle Ausbildungsstation am Universitätsklinikum Regensburg

Medizinische Versorgung ist Teamarbeit. Medizinische Versorgung ist Verantwortung. Genau darum geht es in der interprofessionellen Ausbildungsstation Regensburg, welche ab Oktober 2019 in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR angeboten wird. Im Rahmen dieses Ausbildungsmodells führen Medizinstudierende und angehende Pflegekräfte ihre eigene Station. „Die Förderung unseres medizinischen und pflegerischen Nachwuchses ist mir ein großes Anliegen. Unser Modellprojekt A-STAR eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, die genauso auf eigenständiges und verantwortungsvolles Handeln abzielen wie auf teamübergreifendes Denken“, erläutert Professor Dr. Martina Müller-Schilling, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR, das Ausbildungskonzept. Interessierte Medizinstudierende können sich ab sofort im Direktionssekretariat der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I für die Ausbildungsstation Regensburg bewerben.

Eine neue Form des Mentorings fördert gemeinsames Lernen und Handeln

Der Einsatz für angehende Mediziner während ihres Praktischen Jahres oder ihrer Famulatur soll mindestens acht Wochen dauern. Pflegeschüler werden im Rahmen ihres praktischen Ausbildungseinsatzes am UKR für etwa vier Wochen auf der Station eingesetzt. Die A-STAR-Teilnehmer werden dabei flexibel im Früh- und Spätdienst eingesetzt, um möglichst alle Facetten der Stationsarbeit kennenzulernen.

Die interprofessionelle Ausbildungsstation besteht aus acht Betten innerhalb der Station 14/15 der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR. Studierende und Pflege-Auszubildende betreuen auf der Station eigenständig ihre Patienten und sind dabei selbst für die Abläufe auf ihrer Modellstation zuständig. Die A-STAR-Teilnehmer sollen dadurch bereits frühzeitig lernen, Verantwortung zu übernehmen und professionsübergreifend zu denken, um damit den Grundstein für eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften zu legen. Als persönliche Mentoren stehen den Studierenden und Auszubildenden selbstverständlich während ihrer ganzen Zeit auf der Station ein erfahrener Assistenzarzt, ein Oberarzt und erfahrene Pflegekräfte zur Seite. Zudem gibt es regelmäßige Feedbackgespräche mit einem übergreifenden Team aus Klinikdirektorin, Oberärzten, Assistenzärzten sowie der Pflegeleitung und Praxisanleitern. „Wir etablieren auf der Station ein neues Mentoring-Konzept. In einem Spiegelfeedback erhalten sowohl Medizinstudierende als auch Pflege-Auszubildende Rückmeldung von Ärzten und Pflegekräften gleichermaßen“, führt Professor Müller-Schilling aus. Dies soll dabei helfen, die jeweils andere Berufsgruppe besser kennenzulernen sowie ihre Denk- und Handlungsweise zu verstehen. „Durch gemeinsames Lernen und Handeln soll ein Teamgedanke entstehen, der sich in ganzheitlichen Entscheidungen positiv auf unsere Patienten auswirkt“, so Professor Müller-Schilling weiter.

Förderung theoretischer und praktischer Fähigkeiten

Die interprofessionelle Ausbildungsstation wird wissenschaftlich begleitet. Nicht nur das Projekt selbst wird im Rahmen einer Studie evaluiert, auch die Projektteilnehmer haben die Möglichkeit, an interprofessionellen Forschungsprojekten mitzuwirken und an wissenschaftlichen Kongressen teilzunehmen.
Daneben werden die theoretischen, praktischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten der A-STAR-Teilnehmer gefördert. Durch regelmäßige Trainings im so genannten Skills-Lab werden anhand von Phantomen und Schauspielpatienten klinische Behandlungssituationen geprobt. Außerdem erhalten die Studierenden und Auszubildenden Fort- und Weiterbildungen wie beispielsweise Kommunikationstrainings und pharmakologische Seminare.

Die interprofessionelle Ausbildungsstation beginnt am 1. Oktober 2019 und wird dann fortlaufend in einem Turnus von acht bis sechzehn Wochen angeboten. Zur Förderung eines ganzheitlichen und professionsübergreifenden Denkens und Handelns sollen künftig weitere Berufsgruppen wie Ernährungsberater und Physiotherapeuten in das Konzept mit aufgenommen werden.

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