Aus der Asche wird ein Diamant

(djd). Die Trauerkultur hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt, mittlerweile stehen viele unterschiedliche Bestattungsformen zur Wahl. Immer weniger gefragt ist das klassische Erdbegräbnis, die Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung und Grabstein hat ihm inzwischen den Rang abgelaufen. Viele Bundesbürger können sich zudem die Verstreuung ihrer Asche im Meer oder die Beisetzung an einem Baum in einem Wald vorstellen. Generell zeigen aktuelle Umfragen, dass es in der Gesellschaft eine große Offenheit im Umgang mit dem eigenen Tod beziehungsweise dem eigenen Leichnam gibt.

Seit neun Jahren gibt es Erinnerungsdiamanten

Eine ganz spezielle Form des Andenkens an einen Toten wurde beispielsweise vor neun Jahren in der Schweiz ins Leben gerufen. Die Firma Algordanza stellt aus der Asche der Verstorbenen Erinnerungsdiamanten her. „Etwa 80 Prozent unserer Kunden lassen diesen Diamanten in ein anderes Schmuckstück einarbeiten. Sehr oft wird aus dem Gold des Eherings des Verstorbenen ein neuer Ring hergestellt, den der hinterbliebene Partner immer bei sich tragen kann“, erläutert Geschäftsführer Andreas Wampl. So bleibe die Erinnerung an den Verstorbenen über Generationen erhalten. Jeder Erinnerungsdiamant, so Wampl, sei ein Unikat, Größe und Aussehen können frei gewählt werden. Den Diamanten gibt es als Einzelexemplar ab 3.800 Euro und als Familiendiamanten ab 2.200 Euro. Alle weiteren Informationen gibt es unter http://www.algordanza.de im Internet.

Von der Bestattung zum Diamanten

Die Beauftragung für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten erfolgt immer über das lokale Bestattungsunternehmen. Zunächst wird der Verstorbene in Deutschland durch diesen lokalen Bestatter eingeäschert, danach geht die Urne in ein Labor in der Schweiz. In einem mehrwöchigen Verfahren unter hoher Temperatur und hohem Druck wird die Kremationsasche dort zu einem Rohdiamanten gepresst und dann in Handarbeit zu einem weiß bis bläulich funkelnden Brillanten geschliffen. Ein Zertifikat über die chemische Zusammensetzung der Asche und die Dokumentation über den gesamten Prozess gewährleisten Herkunft und Echtheit des Diamanten. Im Zuge der jährlichen Qualitätszertifizierung überprüft ein Notar jeden erforderlichen Schritt – vom Empfang der Asche bis zur Überprüfung der Diamanteigenschaft durch einen Gemmologen.

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