Aus den Augen, aus dem Sinn

(djd). Flirten in Zeiten von SMS und E-Mail: Wenn es um Beziehungen geht, ist das Handy Fluch und Glück zugleich. Glück deshalb, weil es mit dem Smartphone so einfach ist, dem oder der Liebsten mit kurzen Textbotschaften ständig kleine Aufmerksamkeiten zukommen zu lassen. Fluch deshalb, weil Internet und Handy auch süchtig machen können und damit die Fähigkeit abnimmt, im wirklichen Leben eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen.

Beim ersten Date gehört das Handy außer Sichtweite

Stefan Verra ist einer der gefragtesten Körpersprache-Experten im deutschsprachigen Raum. Er kennt die Gefahren, die sich daraus ergeben, dass Handy und Laptop im Alltag ständig im Blick sind: „Es gibt Situationen, da will man das Gefühl haben, dass das volle Interesse und die ganze Aufmerksamkeit einem selbst gelten. Das gelingt nur mit der entsprechenden Körpersprache des Gegenübers. Und eine solche Situation ist eben beispielsweise das erste Date.“ Bei einem solchen Zusammentreffen dürfe man also im Lokal beispielsweise nicht dauernd auf andere Leute am Nebentisch schauen oder beobachten, wer gerade das Café oder die Bar betrete.

Nicht zuletzt gehöre aber das Handy vollkommen außer Sichtweite. „Das Schreiben einer SMS während eines Dates oder das Starren aufs Display sind absolute No-Gos!“ Allerdings, so Verra, könne das „Verstecken“ des Handys für viele auch eine Herausforderung sein: „Denn bei Nervosität – etwa bei einem Date – suchen wir etwas Vertrautes. Und das eigene Handy ist mit das Vertrauteste, was wir haben.“ Viele weitere Flirttipps von Stefan Verra gibt es unter http://www.youtube.de im Internet. Im sozialen Netzwerk Facebook gibt er zudem wöchentlich kostenlose Videotipps und führt Körpersprache-Analysen bei Prominenten durch.

Der Liebesschwur wirkt nicht ohne Körpersprache

Tatsächlich fällt es vielen Menschen heute immer schwerer, zumindest für eine kurze Zeit ihr Smartphone oder das Notebook aus den Augen zu lassen und sich ausschließlich auf das Gegenüber einzulassen. Stefan Verra: „Wer beispielsweise meint, Liebesschwüre übers Handy würden ebenso wirken wie im wirklichen Leben, der irrt.“ So habe beispielsweise eine Studie der Purdue University in Indiana/USA belegt, dass solche Liebesbekundungen beim anderen keinen Erfolg haben, wenn die entsprechende Körpersprache dazu fehle.

Generell, so Verra, würde die Vielfalt der Mimik und Gestik abnehmen, wenn man nur noch über „Maschinen“ kommuniziere: „Besonders Jugendliche sind in dieser Hinsicht gefährdet, da sie gerade erst ihre Kommunikationsfähigkeiten entwickeln.“ Wer also seine Körpersprache richtig einsetzen und „trainieren“ wolle – etwa zum Flirten – solle sein Handy ruhig einmal zur Seite legen.

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