Aufruf zur Unterstützung: Petition an den Bundestag zur besseren Versorgung von Epilepsiepatienten

Epilepsie ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, betrifft in Deutschland rund 800.000 Menschen und gilt als medikamentös gut behandelbar – doch es gibt eine Gruppe von etwa 30 Prozent der Betroffenen, die mit den zurzeit verfügbaren Arzneimitteln oder anderen Therapieformen nicht zufriedenstellend behandelt werden können. Sie erlangen auch nach vielen frustrierenden Versuchen keine Anfallsfreiheit. Etwa 200.000 Epilepsiepatienten sind daher dringend auf neue Medikamente angewiesen, die ihnen in Deutschland aber nicht zur Verfügung stehen.
Zulassungsverfahren blockiert Epilepsie-Medikamente

Seit 2011 schreibt das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) in Deutschland vor, dass neue Medikamente neben der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auch noch eine Überprüfung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfolgreich bestehen müssen: ein Zusatznutzen gegenüber den bereits am Markt erhältlichen Medikamenten muss nachgewiesen werden. Bei Epilepsien kann dieser Nachweis nicht erbracht werden – es gibt keine Standardtherapie, gegen die man neue Medikamente testen kann. Epilepsiepatienten reagieren auf Therapien, sogar bei gleicher Form der Erkrankung, ausgesprochen individuell. Bei einem Patienten wirkt ein Medikament, während bei einem anderen nur Nebenwirkungen auftreten.

Seit Einführung des AMNOG sind bereits zwei wirksame neue Antikonvulsiva – Medikamente zur Verhinderung von epileptischen Anfällen – praktisch nicht verfügbar, ungeachtet des hohen Patientennutzens: Der Zusatznutzen war unter den aktuellen Bedingungen nicht zu belegen. Diese Medikamente stehen genau Patienten in Deutschland nicht zur Verfügung, die dringend darauf angewiesen sind – während im restlichen Europa Betroffene davon profitieren.

Da das AMNOG die Grundlage für das Problem ist, wurde eine Petition zur Gesetzesreform eingereicht, für die bis zum 4. Juni 2015 insgesamt 50.000 Unterschriften erforderlich sind. Ziel ist es, dass in Zukunft neue Medikamente gegen Epilepsie eine Chance auf Zulassung durch den G-BA haben – auch wenn der Beweis eines Zusatznutzens im Bereich Epilepsie nicht wie vom AMNOG gefordert erbracht werden kann.

Die Petition kann online unterschrieben werden, mehr Informationen dazu auf der Seite der Epilepsie-Petition:

Hier geht es zum Youtube-Video „Epilepsie: Wissenschaftler entschuldigen sich“ mit Prof. Dr. Christian Elger und Prof. Dr. Heinz Beck von der Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn,1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE):

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen

Prof. Dr. med. Christian E. Elger
Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn
Tel.: 0228/28715727, Fax: 0228/28714328
E-Mail: christian.elger@ukb.uni-bonn.de

Prof. Dr. med. Holger Lerche
Abt. Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Universitätsklinikum Tübingen
Hoppe‐Seyler‐Str. 3, 72076 Tübingen
Tel.: 07071/2988800
E‐Mail: silke.jakobi@medizin.uni‐tuebingen.de

Prof. Dr. med. Heinz Beck
1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE)
Sektion Exp. Epileptologie und Kognitionsforschung
Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn, Life & Brain Center
Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn
Tel.: 0228/6885215, Fax: 0228/6885296
E-Mail: Heinz.Beck@ukb.uni-bonn.de

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH, Englmannstr. 2, 81673 München
Tel.: +49 (0) 89 46148622, E-Mail: presse@dgn.org

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