Aufklärung über Volkskrankheit Depression weiterhin nötig

Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die Betroffene und Außenstehende häufig unterschätzen. Wird sie erst spät erkannt, führt sie zu unnötigem Leiden, im schlimmsten Fall zu Suizid, wie im tragischen Fall des Fußballspielers Robert Enke.
„Hausärzte erkennen die Depression oft nicht, weil die Patientinnen und Patienten zunächst über körperliche Beschwerden klagen. Das heißt, die depressive Störung ist quasi hinter den damit verbundenen körperlichen Symptomen versteckt“, erklärt Prof. Dr. Mathias Berger, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Ähnlich erleben es Betroffene: Andreas Biermann, ehemaliger Bundesligaspieler, FC St. Pauli, leidet unter einer Depression, aber sein Hausarzt erkannte das zunächst nicht. Biermann berichtete bei der Gründungsfeier des Freiburger Bündnisses gegen Depression e. V. über seine Erfahrungen. Damit wollte er Betroffenen Mut machen und die Krankheit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.
Nach dem heutigen Stand der Forschung erkranken Männer seltener an einer Depression als Frauen, beenden ihr Leben jedoch doppelt so oft durch Suizid. Hinzu kommt, dass diese Krankheit bei Männern selbst von Fachleuten schlechter erkannt wird.
Das Freiburger Bündnis hat aus diesem Grund die Arbeitsgruppe „Männerdepression“ gegründet. Damit sollen Männer über die Erkrankung, deren Behandlung und bestehende Hilfsmöglichkeiten aufgeklärt werden.
In Deutschland leiden rund 1,5 Millionen Männer an Depressionen. Jeder achte Mann erleidet mindestens einmal in seinem Leben eine behandlungsbedürftige Depression.

Das Bündnis gegen Depression wird von weiteren Partnern unterstützt, unter anderem vom Universitätsklinikum Freiburg, der Stadt Freiburg und der Albert Ludwig Universität in Freiburg.

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