Auf neuen Wegen zu Medikamenten

„Der neue Schwerpunkt knüpft passgenau an unsere bereits bestehende, exzellente Forschung in den Lebens- und Naturwissenschaften an und bereichert diese durch ungewöhnliche Ansätze und neue Kooperationen“, sagt die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Dr. Katharina Krause anlässlich der Bewilligung des „LOEWE“-Schwerpunks mit dem Titel „Innovative Synthesechemie für die selektive Modulation biologischer Prozesse (SynChemBio)“. „Die Vernetzung von chemischen und pharmazeutischen Arbeitsgruppen zwischen Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet stärkt die regionale Forschungslandschaft; hierzu beglückwünsche ich die Initiatoren im Namen des Präsidiums sehr herzlich und danke ihnen für ihr großes Engagement!“ An dem Konsortium beteiligen sich neben der Philipps-Universität die Justus-Liebig-Universität Gießen sowie die Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Die chemische Synthese besitzt eine zentrale Bedeutung für die Lebenswissenschaften, sowohl im Hinblick auf die Bereitstellung chemischer Methoden zur Untersuchung biologischer Prozesse, als auch für die Herstellung von Arzneistoffen. „Ein Schlüsselkriterium für die Qualität und den Nutzen von synthetischen Verbindungen ist ihre Selektivität bezüglich einer ausgewählten biologischen Zielstruktur“, erläutert der Marburger Chemiker Professor Dr. Eric Meggers, der Sprecher des „LOEWE“-Schwerpunkts; denn Wirkstoffe dürften nur dann als nebenwirkungsfrei gelten, wenn sie ausschließlich mit den ausgewählten Partnern interagieren. „Diese erwünschte Präzision ist aber aufgrund der enormen Komplexität von biologischen Systemen immer noch ein weitgehend ungelöstes Problem.“

Ziel des „LOEWE“-Schwerpunkts ist die Entwicklung und Anwendung neuartiger chemischer Strategien zur hochselektiven Modulierung von biologischen Prozessen. „Die Einbeziehung einer Vielzahl von chemischen Verbindungsklassen und neuer Methoden der organischen, anorganischen und nanobasierten Chemie zur Lösung des Selektivitätsproblems verspricht, der Wirkstoffforschung zukunftsweisende Impulse zu geben“, erklärt Meggers. Die neuartigen chemischen Strukturen und Strategien sollen in industrielle Prozesse einfließen.

Beim zweiten „LOEWE“-Schwerpunkt mit Marburger Beteiligung geht es um die Folgen des Klimawandels. Der Marburger Geograph Professor Dr. Jörg Bendix untersucht im Rahmen des Verbunds „FACE2FACE“ unter anderem, wie Pflanzen auf sich wandelnde Wetter- und Klimabedingungen bei steigenden atmosphärischen CO2-Konzentrationen reagieren. Die Federführung liegt bei der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Aufnahme ins ‚LOEWE‘-Programm zeigt, wie produktiv unsere Forschungsallianz mit der Justus-Liebig-Universität ist, auch unter Einbeziehung weiterer Partner“, kommentiert Krause den Erfolg des Förderantrags, an dem auch die Hochschule Geisenheim University sowie das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg beteiligt sind.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Eric Meggers,
Fachgebiet Chemische Biologie
Tel.: 06421 28-21534
E-Mail:

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