Auf der Suche nach den Lücken

Praxismanagement-Untersuchungen in Arztpraxen sind häufig durch eine isolierte Betrachtungsweise geprägt. Die Suche nach Veränderungs- und / oder Verbesserungsmöglichkeiten erfolgt ohne Relation zu Orientierungsgrößen. Fehleischätzungen und verpasste Chancen sind – wie die Erfahrungen des Unternehmensberaters Klaus-Dieter Thill, Inhaber des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) zeigen – die Folgen.

Die Mono-Sicht verstellt den Blick auf Optimierungsmöglichkeiten
Eine steigende Anzahl niedergelassener Ärzte versucht, mittels Praxisanalysen die eigene Arbeit produktiver und erfolgreicher zu gestalten. Doch häufig ist der hierbei gewonnene Erkenntnis-Gewinn nicht sehr hoch. Ein wesentlicher Grund hierfür findet sich in der konzeptionellen Basis der Analysen, die ohne Relation zu konkreten Orientierungsgrößen durchgeführt und ausgewertet werden. Aber erst aus dieser Gegenüberstellung wird es möglich, Leistungslücken zu erkennen und gezielt zu schließen.
Ein Fallbeispiel
Ein Beispiel aus der Fachgruppe „Urologen“ verdeutlicht das Gesagte: ein Praxisinhaber, der eine Patientenzufriedenheits-Analyse durchführte, erachtete eine als Schulnote ermittele Gesamtzufriedenheit von 2,4 als gutes Resultat. Die Annahme wurde relativiert, als er erfuhr, dass der Zufriedenheits-Durchschnitt für Urologen bei der Note 1,8 liegt.
Ziel-Vergleich
Die einfachste Form ist das Ziel-Benchmarking, bei dem für Kernaspekte der Praxistätigkeit messbare Umsetzungsziele definiert werden, z. B. ein Notenwert für die Patientenzufriedenheit oder die in einer Deckungsbeitrags-Rechnung ermittelte Anzahl zu erbringender IGeL pro Quartal.
Anforderungs-Vergleich
Deutlich mehr Erkenntnisse liefert das Anforderungs-Benchmarking. Hierbei werden beispielsweise Patienten nicht nur nach ihrer Zufriedenheit mit ausgewählten Leistungsmerkmalen befragt, sondern man erhebt gleichzeitig, welche Wichtigkeit die Merkmale besitzen. Aus der Zusammenführung beider Dimensionen können dann Handlungsprioritäten abgeleitet werden.
Fachgruppen-Vergleich
Mittels externer Unterstützung kann ein Fachgruppen-Benchmarking durchgeführt werden. Es zeigt, wie die Instrumente, Verfahren und Verhaltensweisen der eigenen Praxis im Vergleich zum Durchschnitt Fachgruppen-gleicher Betriebe ausgeprägt sind. Besonders in einem wettbewerbsintensiven Umfeld ist eine derartige Positionsbestimmung wichtig, um zu erkennen, in welchem Umfang die eigene Leistung dem Marktstandard entspricht.
Best Practice-Vergleich
Einen Schritt weiter geht das Best Practice-Benchmarking, das eine systematisch-perspektivische Praxisentwicklung ermöglicht, gleichzeitig bei der Umsetzung aber den höchsten Anspruch an die zu investierende Zeit und Kapazität stellt.

Quelle: http://bit.ly/1oA59xA

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