Asklepios Kliniken Vorreiter bei sorgfältigem Antibiotika-Management

Die Asklepios Kliniken sehen sich durch die Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum sorgfältigen Umgang mit Antibiotika bestätigt. Die Klinikgruppe entwickelte in Hamburg in den letzten 20 Jahren ein Konzept zur Infektionsprävention, zu dem auch der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika gehört. In jedem Haus gibt es dazu besonders geschulte Ärzte, in vielen Kliniken zudem Expertenteams, in denen Mikrobiologen, Hygieniker, Apotheker und Ärzte unterschiedlicher klinischer Fachrichtungen den Einsatz von Antibiotika optimieren. Der Verbrauch von Antibiotika wird überprüft und die Ergebnisse dieses „Monitorings“ den Kliniken zur Verfügung gestellt. Bereits seit 1995 gibt es Antibiotikaleitlinien in den Asklepios Kliniken. Aktuell erscheint die „Asklepios Antibiotika Fibel“ in der 4. Auflage.

„Wir befürworten den Vorstoß von Gesundheitsminister Gröhe, der einen sorgfältigen Umgang mit Antibiotika unterstützen soll“, sagt Dr. Thomas Wolfram, Vorsitzender der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken. „Für uns ist er zugleich eine Bestätigung unserer eigenen Strategie, den gezielten Einsatz dieser Medikamente mit Ausbildung und Zusatzqualifikation von Ärzten und Apothekern, Entwicklung und Aktualisierung interner Richtlinien und Beratung durch Experten zu fördern.“ Dazu werden in Antibiotic Stewardship (ABS) Kursen Ärzte und Apotheker berufsbegleitend zu ABS-Experten qualifiziert. In den jährlich stattfindenden Hygienesymposien bildet Asklepios die eigenen Ärzte und Hygieneteams fort, um den aktuellsten Stand der Wissenschaft allen Kliniken der Gruppe zur Verfügung zu stellen. In jeder Asklepios Klinik in Hamburg gibt es einen ABS-Experten. Diese Kollegen beraten gezielt vor Ort. Asklepios richtet sich dabei nach den Empfehlungen von Fachgesellschaften. In vielen Kliniken werden ABS-Teams gebildet, die nicht nur die Ergebnisse des Antibiotikaverbrauchs auswerten und ebenfalls unterstützen können, sondern die auch beim Auftreten von multiresistenten Erregern die Gegenmaßnahmen steuern. In diesen Teams kommen Mikrobiologen, Hygieniker, Apotheker und Ärzte anderer beteiligter Disziplinen zusammen. Alle zwei Jahre gibt es einen öffentlichen „Deutschen Kongress für praktische Krankenhaushygiene“ in Hamburg – demnächst am 8.-9. September 2016 -, zu dem auch viele Teilnehmer anderer Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte, teils sogar aus dem Ausland, anreisen.

Zum Hintergrund: Resistenzen gegen Antibiotika haben in den vergangenen Jahren weltweit zugenommen. Dafür gibt es mehrere Ursachen: Neben der Verordnung von Antibiotika in der Humanmedizin fördert auch die Antibiotikagabe in der Veterinärmedizin die Resistenzentwicklung. Das Problem hat die Bundesregierung vor Jahren erkannt und mit der Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie DART 2008 ein Konzept zur Eindämmung der weiteren Resistenzbildung entwickelt. „Wichtig ist, die eigene Resistenzsituation und den Antibiotikaverbrauch in jeder Klinik bis auf die Ebenen der Abteilung zu kennen und regelmäßig abzugleichen, um dann ggf. Maßnahmen einzuleiten. Dabei sind auch Hygienemaßnahmen sehr wichtig, um die Ausbreitung resistenter Erreger zu vermeiden“, sagt Dr. Susanne Huggett, leitende Krankenhaushygienikerin der Asklepios Gruppe. Dass der sorgfältige Umgang mit Antibiotika auch in der Praxis funktioniert, lässt sich anhand der Daten von Asklepios erkennen. So nahm in den Hamburger Kliniken 2015 gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Behandlungstage mit einem Antibiotikum um 1,7 Prozent ab, obwohl die Zahl der behandelten Patienten anstieg. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei der „Antibiotika-Verbrauchsdichte“, also wie viele Tagesdosen eines Wirkstoffs auf 100 Patiententage zum Einsatz kamen: Diese sanken von 2013 bis 2015 um 6,3 Prozent. Besonders wichtig ist der sorgsame Umgang mit solchen Antibiotika, die als einzige bei Resistenzen gegen Standardsubstanzen noch helfen, damit hier die Resistenzentwicklungen eingedämmt werden können. Dazu zählen beispielsweise die Chinolone. Deren Verbrauch konnte in den Asklepios Kliniken kontinuierlich gesenkt werden. Die Therapietage sanken von ca. 130.000 im Jahr 2008 auf etwa 95.000 im vergangenen Jahr.

„Das Monitoring und der sparsame Einsatz von Antibiotika haben nichts mit Kosten zu tun, sondern dienen dazu, Resistenzbildungen vorzubeugen“, so Dr. Huggett weiter. Denn bei einer ungezielten Gabe können widerstandsfähige Bakterienstämme überleben und sich umso stärker ausbreiten. Selbst die Weitergabe von Resistenzen unter Bakterien ist wissenschaftlich belegt. Mit Antibiotikagaben nach dem Gießkannenprinzip werden so multiresistente Erreger regelrecht gezüchtet. Dr. Huggett, die die „Antibiotic Stewardship Aktivitäten“ bei Asklepios leitet, empfiehlt daher den ganz gezielten Einsatz, am besten mit einem „Antibiogramm“. Damit weiß der Arzt genau, um welchen Erreger es sich handelt und welches Antibiotikum bei diesem Erreger wirkt. So haben Resistenzbildungen keine Chance und die Patientensicherheit wird weiter verbessert.

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