UKGM zieht erstes Fazit: Keine Gefährdung für Patienten durch „falschen Arzt“

„Eine Gefährdung von Patienten können wir nach jetzigem Wissensstand ausschließen“, sagte heute der Ärztliche Direktor am Universitätsklinikum Marburg, Prof. Jochen Werner, und zog damit ein erstes Fazit der Recherchen am UKGM. Eine „Focus“-Meldung über einen „falschen Arzt“ hatte am vergangenen Samstag zu einer umfänglichen Prüfung der Datenlage am Universitätsklinikum Marburg geführt, die momentan noch andauert.
 
Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt demnach gegen einen Mann, der sich als Arzt ausgab und mit gefälschten Urkunden eine Stelle an der dortigen Uniklinik erschlichen haben soll. Zuvor sei er nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ vor zehn Jahren auch an den Universitätskliniken Regensburg und Marburg tätig gewesen. „Diese Information können wir heute bestätigen“, so Prof. Werner. Die gesuchte Person war vom 1. November 2002 bis zum 31. Oktober 2004 als Assistenzarzt in der Klinik für Neurochirurgie in Marburg angestellt.
 
Eine erste Durchsicht von Operationsunterlagen ergab, dass die betreffende Person stets unter Aufsicht tätig war. „Das ist bei Assistenzärzten so üblich“. Fehler oder Beschwerden konnten bislang nicht entdeckt werden, wobei man sich erst am Anfang der Recherche befindet.
 
Die Prüfung der Bewerbungsunterlagen ergab damals keine Beanstandungen. Das Hessische Landesprüfungsamt für Heilberufe in Frankfurt erteilte ihm am 25. Oktober 2002 die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes gemäß § 10 der Bundesärzteordnung für die Zeit vom 1. November 2002 bis 31. Oktober 2004.
 
Das UKGM wird die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Magdeburg mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bei der Aufklärung des Falles unterstützen.
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