ARD „Report München“ greift Kürzung der Dialysewochenpauschale auf

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) haben am 20. März 2013 beschlossen, die sogenannte Dialysesachkostenpauschale in einem zweistufigen Verfahren massiv zu kürzen. Die erste Stufe tritt bereits am 1. Juli in Kraft und wird zu zahlreichen Einschnitten in der Versorgung führen. Die nephrologischen Ärzteverbände (DGfN, DN e.V.), Pflege- und Patientenverbände haben daher vehement gegen diese Fehlentscheidung protestiert. Dass die Meldung von KBV und GKV-SV auch noch unter der Überschrift „Ärzte und Krankenkassen nehmen Verantwortung für Dialyse-Patienten ernst“ stand, empfanden viele Betroffene als Hohn. Die Patientin Monika Centmayer initiierte daraufhin eine Petition, die von mehr als 70.000 Bürgern unterstützt und im Petitionsausschuss bereits erstmalig angehört wurde.

Worum geht es? Die sogenannte „Sachkostenpauschale“ soll die bei einer dreimaligen Dialyse pro Woche entstehenden Kosten für die gesamte Blutreinigung (z.B. Personal, Medizintechnik, Verbrauchsmaterial, Energie, Wasser und Entsorgung, Miete usw.) abdecken – was angesichts der kontinuierlich steigenden Preise mit der seit über zehn Jahren nicht mehr angepassten Pauschale bislang schon problematisch war. Bei den nun anstehenden, massiven Kürzungen ist die bisherige Qualität der Versorgung nicht mehr zu halten. Dialysezentren werden dann gezwungen sein, kosteneffizienter zu arbeiten: es wird an qualifiziertem Fachpflegepersonal, an Zusatzangeboten wie Nachtdialyse, zusätzlichen Dialysen und notwendigen Sonderverfahren gespart werden. Diese Einsparmaßnahmen gehen klar zu Lasten der Patienten.

„Das sehen wir als medizinische Fachgesellschaft mit großer Sorge. Die Beschlüsse führen zu drastischen Einschnitten in der Versorgungsrealität der Betroffenen, während die Krankenkassen gleichzeitig Milliardenüberschüsse erwirtschaften“, so Prof. Reinhard Brunkhorst, DGfN-Präsident. „Der GKV-Spitzenverband hat zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegen den entschiedenen Widerstand der versorgenden Ärzte diesen Beschluss durchgesetzt – ohne Rücksicht auf die fast 80.000 betroffenen Patienten“, so auch Dr. Michael Daschner, Vorsitzender des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) e,V. „Wir freuen uns, dass durch den ARD-Bericht die breite Öffentlichkeit informiert wurde und hoffen, dass der inzwischen ergangene Hilferuf der Ärzte und Patienten an die Politik gehört wird.“

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