Arbeitskreis Gefriertrocknung tourt durch die USA

Der Arbeitskreis von Dr. Gieseler beschäftigt sich mit der Gefriertrocknung von biopharmazeutischen Produkten. Medikamente wie Antibiotika und neuere, biotechnologisch hergestellte Arzneistoffe bleiben dadurch langfristig wirksam und verträglich. Vor der Einnahme lassen sie sich, wie beabsichtigt, schnell wieder in Wasser auflösen. Der Fachausdruck "Lyophilisation" für das Gefriertrocknen verweist darauf; lyophil bedeutet "leicht löslich".

Die Erlanger Wissenschaftler entwickeln unter anderem maßgeschneiderte Formulierungen für Peptide und Proteine, damit diese über einen längeren Lagerzeitraum haltbar gemacht werden können. Zudem liegt eine Kernexpertise der Gruppe in der Entwicklung und Optimierung von Gefriertrocknungszyklen, damit diese Arzneimittel schneller für Patienten verfügbar sind – bei gleichbleibend hoher Qualität des Produktes. Im abschließenden Schritt können solche Ergebnisse auch auf Pilot- und Produktionsanlagen übertragen werden. Seit 2004 hat das Team dazu ein Fachseminar für den deutschen Sprachraum im Angebot. "Die Resonanz darauf ist so massiv, dass wir bisher jedes Jahr ausgebucht waren und eine Warteliste geführt haben", berichtet Dr. Gieseler. "Zudem hat es ständig Anfragen gegeben, ob wir so etwas nicht in englischer Sprache halten könnten."

Die Überlegung schlug Wurzeln, und 2008 wuchs daraus der konkrete Plan einer "Roadshow": zwei bis vier Städte im Lauf einer Woche mit einem eintägigen Seminar in Englisch abzudecken, und zwar in Ländern mit hoher Nachfrage. Zunächst fiel die Wahl auf Indien. "Das Potential war und ist dort enorm", kommentiert Henning Gieseler. Der Erlanger Arbeitskreis absolvierte eine Tour durch Hyderabad, Mumbai, Delhi and Ahmedabad. Als Koordinator konnte der Teamleiter seinen industriellen Kooperationspartner SP Scientific gewinnen, ebenso wie für die bevorstehende Amerikareise. Da die derzeit sechsköpfige Pharmazeuten-Truppe es nicht schafft, vor allen Interessenten live aufzutreten, gibt es zusätzlich "Webinars" (http://<www.spindustries.com/webinar/lyolearn_schedule.jsp>). Hier gilt für Cuba wie für Südamerika, China und jeden anderen Ort: "Freier Zugriff!"

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 27.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Henning Gieseler
Tel.: 09131/85-29556
lyo@pharmtech.uni-erlangen.de
(idw, 03/2010)

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