Antikörper – Wunderwaffen der Medizin

Antikörper, auch Immunglobuline oder Gammaglobuline genannt, sind Proteine bzw. Eiweiße, die in Wirbeltieren als Reaktion auf Bestandteile bestimmter Stoffe (Antigene) von den weißen Blutzellen (B-Lymphozyten) produziert werden. Dabei binden sie sich an die Antigene und wirken für das Immunsystem.  Ihre Y-förmige Struktur besteht aus vier Ketten, zwei „leichten“ und zwei „schweren“ Ketten, die durch Disulfidbrücken miteinander verbunden sind. Es gibt mit Ig (immunglobulin) A, D, E, G und M fünf Arten von Antikörpern. Dabei können Antikörper je nach Klasse gelöst frei im Blut (z.B. IgG und IgM) oder in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. IgA im Speichel) oder aber membranständig, also zellgebunden vorliegen (z.B. IgE ). Durch die für den jeweiligen Typ von Antikörper charakteristischen zwei Bindungsstellen an den oberen Enden können Antigene neutralisiert und blockiert werden, z.B. kann eine toxische Wirkung nicht mehr entfaltet werden oder andere Wechselwirkungen mit Körperzellen werden verhindert. Durch die praktische Y-Struktur der Antikörper ist es sogar möglich, zwei Antigene zu binden und zu agglutinieren.

Für die Medizin bedeutet dies, dass Antikörper als passiver Impfstoff verwendet werden kann. Ein weiterer wichtiger Verwendungszweck ist die Therapeutik von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis und anderen neuromuskulären Erkrankungen. Außerdem helfen die kleinen Alleskönner bei der Rhesusprophylaxe von Mutter und Kind und  der Diagnose und Verlaufskontrolle von Infektionskrankheiten. Des Weiteren haben Antikörper die Fähigkeit, Tumorzellen im Körper ausfindig zu machen, wenn sie an ein Radionuklid gekoppelt werden.

Die Antikörper-Forschung ist in den letzten Jahren zu immer besseren Ergebnissen gekommen, da sie die aus Mäusen entstammenden Antikörper mithilfe von molekularbiologischen Verfahren verändert, die typisch mäusischen Strukturen zu entfernen vermag und durch baugleiche Teile menschlicher Antikörper ersetzt. Somit sind die Antikörper besser verträglich für den Patienten. Auch im Kampf gegen HIV sind bereits erste Erfolge mit Antikörper-Therapien verbucht.

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technik als Spin-off der RWTH Aachen Universität gibt es jetzt die Homepage www.antikoerper-online.de, die es durch einen intelligenten Suchfilter einfacher macht, den richtigen Antikörper zu finden und zu erwerben. 300.000 spezifische und sensitive Antikörper von bester Qualität und Reinheit sind katalogisiert zu finden. Das Angebot wird ständig durch erfahrene Wissenschaftler aktualisiert. Der Interessent kann auzswählen, auf welchen Wirt der Antikörper spezialisiert sein soll, ob de Antikörper konjugiert oder unkojugiert, mono- oder polyklonal sein soll. Außerdem zeigen die Suchergebnisse an, welche Antikörper bereits erfolgreich in Publikationen eingesetzt und welche Abbildungen mit ihnen generiert wurden – das erspart eine Menge Forschungsaufwand. Es ist zudem möglich, alle nach Deutschland liefernden Hersteller von Antikörpern in der Übersicht hier nachzulesen. 

Zusätzlich dazu können sie auf der Seite ELISA-Kits einfach bestellen. Mit diesem Verfahren ist man in der Lage, selbst geringe Konzentrationen eines gesuchten Proteins in einer Probe nachweisen zu können. ELISA steht für „enzyme linked immunosorbent assay“ und und liefert ein Instrumentarium für zuverlässige und hochempfindliche Ergebnisse, weil es verschiedenste Ausgangsmatrizes wie Blut, Gewebe oder Zellkulturen vergleichend analysieren kann. ist jedoch in Eigenentwicklung teuer und mit einem hohen Zeitaufwand für den Forscher verbunden.

In der Datenbank können Sie Hersteller von Antikörper in der Übersicht  nachlesen und sie ist somit ein modernes Hilfsmittel, das langwierige Internet-Recherche über PubMed nach einem Antibody überflüssig macht und Wissenschaftler effizienter arbeiten lässt.

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