Angst vor dem Zahnarzt: Wie Zahnärzte damit umgehen und was Betroffene tun können

Zahnimplantate

Nur etwa ein Viertel aller Deutschen gehen entspannt zum Zahnarzt. Alle anderen zögern Zahnarztbesuche hinaus. Zehn Prozent der Erwachsenen in den europäischen Industriestaaten haben sogar regelrechte Angst vor dem Zahnarzt. In Deutschland sind das etwa 10 Millionen Menschen. In vielen Fällen sind traumatische Erlebnisse und andere schlechte Erfahrungen daran schuld. Die Zahnärztin Frau Dr. Paulsen aus Bonn hat sich auf Angstpatienten spezialisiert und gibt hier neun Tipps, was Angstpatienten beherzigen sollten:

1. Für Menschen mit Zahnarztangst gibt es speziell ausgebildete Zahnärzte. Häufig lohnt sich dafür auch eine weitere Anreise in Kauf zu nehmen. Teilen Sie den Mitarbeitern in jedem Fall ihre Zahnarztangst mit, so dass diese sich darauf einstellen können.

2. Entspannen Sie sich vor dem Arztbesuch mit Baldrian-, Lavendelblüten- oder Passionsblumentee. Daneben führen auch Autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Yoga zu mehr Entspannung.

3. Als Unterstützung sollten Sie eine Vertrauensperson mitnehmen. Diese kann Sie auch dabei unterstützen, den Termin wirklich einzuhalten und ihn nicht zu verschieben.

4. Sollte man ihren Zähnen die versäumten Zahnarztbesuche in der Vergangenheit ansehen, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Die Zahnärzte machen ihren Job in der Regel seit vielen Jahren und haben so etwas schon oft gesehen. Gerade Zahnärzte, die auf Angstpatienten spezialisiert sind, werden nicht über Sie lachen oder böse sein.

5. Ablenkung durch Musik: Das funktioniert nicht nur beim Joggen richtig gut, sondern auch auf dem Zahnarztstuhl. Mit ihrer Lieblingsmusik im Ohr sind Sie gleich entspannter. Probieren Sie es aus!

6. Sogar Nicht-Angstpatienten fühlen den unangenehmen Kontrollverlust auf dem Zahnarztstuhl. Achten Sie also darauf, dass der Zahnarzt Ihnen immer sagt, was er gerade tut und was er als Nächstes vor hat, um Ihnen damit wenigstens die Ungewissheit zu nehmen. Und sollten Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie bitte nach.

7. Patienten fühlen sich während der Behandlung oft ausgeliefert und hilflos. Das sind Sie aber nicht. Wenn es mit dem Sprechen gerade nicht geht, können Sie immer noch ein Handzeichen geben und der Arzt wird sofort die Behandlung unterbrechen.

8. Sie haben es hinter sich und alles ist gut gegangen? Super. Aber ruhen Sie sich jetzt nicht auf dem Erfolg aus. Gleich nach der Behandlung sollte der nächste Termin ausgemacht werden.

9. Diese Tipps bringen Ihnen nichts, denn die Zahnarztangst ist einfach zu groß? Dann wäre eine Intensiv-Therapie vielleicht noch eine Lösung. Diese hat eine Dauer von bis zu 30 Stunden und geht nur wenige Wochen. Erfolgswahrscheinlichkeit: 70 Prozent.

Zahnbehandlung mit Einfühlungsvermögen, Ablenkung und Hypnose

Ein guter Arzt fragt Sie während der Behandlung immer wieder nach Ihrem Befinden. Er wird versuchen, Sie abzulenken und auf eine Fantasiereise zu schicken. Eine weitere Möglichkeit ist Hypnose, von der bereits etwa 1.200 Zahnärzte in Deutschland Gebrauch machen.

Betäubung und Narkose

Es gibt Betäubungssprays, die vor der Betäubungsspritze benutzt werden, um den schmerzenden Einstich abzumildern. Außerdem können Sie vor der Behandlung Tabletten nehmen und sich später in Vollnarkose versetzen lassen. Beides sollte nicht leichtfertig gewählt werden. Gerade für Angstpatienten hat es zwar Vorteile, die Behandlung zu verschlafen und weniger Schmerz zu spüren aber dies sollte nicht zu Lasten der Gesundheit gehen. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt über die möglichen Risiken aufklären. Weitere Infos zum Thema finden Sie hier.

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