Angiogenesehemmung als zielgerichtete und nebenwirkungsarme Brustkrebstherapie für Brustkrebspatientinnen wünschenswert

Frauen mit Brustkrebs sollen sich nicht scheuen, ihren Ärzten bei der Brustkrebstherapie unbequeme Fragen zu stellen. Das ist die Meinung von Ursula Goldmann-Posch. Ursula Goldmann-Posch ist ehemalige Brustkrebspatientin und weiß wovon sie spricht. Sie ist Gründerin und Vorstandsmitglied von mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V. . Mit Hilfe ihres Wissens über Brustkrebs und Ärzten, die sie verstehen und ihr zeitgemäße Brustkrebstherapien ermöglichten, hat sie es vor 15 Jahren geschafft, der Diagnose „Brustkrebs“ erfolgreich zu trotzen. Es ist ihr wichtig, anderen Patientinnen mit ihrem Wissen zu helfen.

Auch wenn sie als geheilt gilt, beschäftigt sie immer wieder die Frage, ob der Brustkrebs endgültig verbannt ist. Auch darüber will sie sprechen, denn je besser sie die natürlichen Auf und Ab des Lebens selbst in den Griff bekommt, desto größer ist ihre zurückgewonnene Lebensqualität.

Angiogenesehemmung bei zielgerichteter Brustkrebstherapie und psychologische Betreuung sind wichtige Komponenten der Brustkrebstherapie

Jahr für Jahr erleben allein in Deutschland fast eine halbe Million Menschen Ähnliches [1]. Dank einer zielgerichteten Brustkrebstherapie hat sich Ursula Goldmann-Posch ihrer schweren Erkrankung wie viele andere Betroffene erfolgreich widersetzt. Die psychologische Betreuung ist bei der Therapie eine wichtige Komponente. Ein zweiter wichtiger Parameter ist die medikamentöse Behandlung. Denn erst die Entwicklung neuer, zielgerichteter Medikamente hat in den vergangenen Jahren zu beachtlichen Fortschritten in der Behandlung von Krebspatienten geführt.

Angiogenesehemmer als Beispiel für zielgerichtete Medikamente

Ein Beispiel für zielgerichtete Medikamente sind Angiogenesehemmer. Sie richten sich gezielt gegen das Wachstum des Tumors und haben die onkologische Therapielandschaft in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderes Medikament verändert.

Doch wie genau definiert sich der Nutzen der anti-angiogenen Therapie für den Patienten? Und welche Erwartungen kann und muss eine moderne Krebstherapie heute erfüllen? Im Rahmen einer Konferenz in Köln zum Thema „Leben trotz Krebs“ gingen Ursula Goldmann-Posch und die Experten Professor Ralf Hofheinz, Mannheim, und Privatdozent Sherko Kümmel, Essen, gemeinsam mit Vertretern des Unternehmens Roche, diesen Fragen nach.

Lebensqualität trotz Krebs - Referenten der Vortragsveranstaltung der Firma Roche
Prof. Dr. Ralf Hofheinz, Dr. Hans-Ulrich Jellito, Ursula Goldmann-Posch und PD Dr. Sherko Kümmel (vl.n.r.; Fotoquelle: MEDIZIN ASPEKTE J. Wolff)

Zielgerichtete Brustkrebstherapie ermöglicht maximale Lebensqualität

„Für mich ist die Therapie insofern wichtig, als sie meine Lebensqualität erhält und nicht nur das Leben hinauszieht“, betont Jutta S.. Sie hat Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. „Ich kann mein Leben derzeit so gestalten, wie es mir gefällt. Das bedeutet für mich maximale Lebensqualität.“

Dieses Zitat verdeutlicht, wie entscheidend es für Patienten ist, die Zeit trotz der schweren Erkrankung möglichst lange genießen zu können. Denn in der Zeit, in der der Krebs nicht fortschreitet, können sie in vielerlei Hinsicht weiterhin aktiv am Leben teilnehmen. „Die Zeit ohne ein Fortschreiten der Erkrankung ist für viele Patienten – sowohl physisch als auch psychisch – eine weitestgehend beschwerdefreie Zeit“, so Kümmel. Sie genießen die Zeit mit der Familie und Freunden – trotz Krebs ist ihnen ein nahezu unbeschwertes Leben möglich.

Oberstes Therapieziel: Lebensqualität

Gerade in der palliativen Situation ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten das oberste Therapieziel. Welche Behandlung dabei für den einzelnen Patienten gewählt wird, hängt von zahlreichen Parametern ab, erläuterte Privatdozent Dr. med. Kümmel, Leiter der Klinik für Senologie und des Brustzentrums der Kliniken Essen-Mitte.


Grafik: Roche

Krebsbehandlung soll den Patienten einen hohen Nutzen bringen

Neben dem Krankheitsverlauf und den Vorbehandlungen spielen immer auch der Allgemeinzustand und der Patientenwunsch eine Rolle. Die Krebsbehandlung soll den Patienten einen hohen Nutzen bringen, sie jedoch zugleich möglichst wenig durch Nebenwirkungen belasten. „Krebs lässt sich nicht mit einer klassischen Therapie von der Stange behandeln“, betonte auch Ursula Goldmann-Posch. „Wir fordern zielgerichtete, auf uns zugeschnittene und nebenwirkungsarme Therapien. Und gerade auch in scheinbar aussichtslosen Situationen, wenn keine Heilung mehr möglich ist, brauchen wir mutige Ärzte, die uns unterstützen, für uns kämpfen und uns eine Therapie ermöglichen, die uns möglichst viel krankheitsfreie Zeit bis zum nächsten Rückfall schenkt.“

Wegbereitende Fortschritte durch zielgerichtete Therapien

Durch die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien konnten in der Behandlung onkologischer Erkrankungen relevante Fortschritte erzielt werden. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistet der Angiogenesehemmer Bevacizumab. Der Antikörper, der gezielt die Neubildung von Blutgefäßen hemmt, wurde in Europa erstmals 2005 für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs zugelassen. „Diese Zulassung war in vielerlei Hinsicht wegbereitend“, so Professor Dr. med. Ralf Hofheinz, Leiter des Tagestherapiezentrums am Interdisziplinären Tumorzentrum in Mannheim. „Mit Bevacizumab wurde nicht nur ein Medikament, sondern vor allem ein innovatives Therapieprinzip – die gezielte Inhibition der Tumorangiogenese – entwickelt.“

Bevacizumab – ein effektives und verträgliches Medikament

Mittlerweile ist der Antikörper in fünf Indikationen zugelassen: Nach dem fortgeschrittenem Darmkrebs folgten die Zulassungen von Bevacizumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Brust-, Lungen-, Nieren- und Eierstockkarzinom [2]. „Gerade in schwierigen Therapiesituationen, das heißt im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, hat Bevacizumab als effektives und gut verträgliches Medikament die Therapie maßgeblich zum Nutzen der Patienten beeinflusst“, so Hofheinz.

Forschung für innovative Krebsmedikamente

Die kontinuierliche Verbesserung des medizinischen Standards – im Sinne eines patientenrelevanten Nutzens – ist das oberste Ziel der Roche Pharma AG. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen jedes Jahr rund 20 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Allein zu Bevacizumab laufen aktuell mehr als 500 Studien in den unterschiedlichen klinischen Situationen von über 50 Tumorarten. „Bis heute wurden mehr als eine Million Patienten mit einer zielgerichteten Therapie mit Bevacizumab behandelt“, so Dr. Stefanie Srock, Roche Pharma AG. „Mit unserem umfassenden Studienprogramm investieren wir in eine Zukunft, in der diese innovative Therapieoption weiteren Patienten mit malignen Krebserkrankungen zur Verfügung gestellt werden kann.“

Quellen
1.    Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2007/2008;
       8. Ausgabe, 2012
2.    Fachinformation Avastin®, Stand: Februar 2012
3.    Hurwitz H et al., NEJM 2004; 350: 2335-2342
4.    Gray R et al., J Clin Oncol 2009; 27: 4966-4972
5.    Sandler A et al., N Engl J Med 2006; 355: 2542-2550
6.    Escudier B et al.,J Clin Oncol 2010; 28: 13: 2144-2150
7.    Burger RA et al., N Engl J Med 2011; 365: 2473-2483
8.    Katz M et al., Ann Surg Oncol 2009; 16: 836-847

Veranstaltung
Leben! – trotz Krebs
Lebensperspektiven dank Angiogenesehemmung
Köln, Dienstag 20. März 2012
Veranstalter: Roche Pharma AG

Vortäge

  • Angiogenesehemmung – der Beginn einer neuen Ära in der Onkologie
    Prof. Dr. Ralf Hofheinz
    Leiter TagesTherapiezentrum, Interdisziplinäres Tumorzentrum Mannheim
  • Was für Krebspatienten wirklich zählt
    Ursula Goldmann-Posch
    Buchautorin und Brustkrebs-Überlebende
  • Der Zeit mehr Leben geben. Erwartungen an eine moderne Krebstherapie
    PD Dr. Sherko Kümmel
    Direktor der Kinik für Senologie/Brustzentrum,
    Kliniken Essen-Mitte
  • Der Blick nach vorn – zukünftige Perspektiven der Antiangiogenese
    Dr. Stefanie Srock
    Medical Leader GI – /Nieren- / ZNS-Tumore Roche Pharma AG

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