Anabolika – Leistungssteigerung mit Nebenwirkungen

Anabolika

Immer schneller und besser zu werden, das ist der Traum jeden ehrgeizigen Sportlers. Dabei geht es nicht nur um Spitzenathleten, auch Hobbyläufer und –triathleten sowie Menschen, die regelmäßig in anderen Sportarten trainieren, möchten Verbesserungen sehen. Immerhin ist es gar nicht so einfach, das Privat- und Berufsleben sowie die sportlichen Ambitionen unter einen Hut zu bringen. Egal ob es um ein Training für einen Marathon geht, bei der Leichtathletik zu reüssieren oder im Skilanglauf vorne mit dabei zu sein, manche erliegen den Reiz sich durch unerlaubte Substanzen wie Anabolika der Konkurrenz gegenüber einen Vorteil zu verschaffen. 

Die Geschichte von Anabolika im Überblick 

Anabolika sind nicht erst seit dem 20. und 21. Jahrhundert ein heiß diskutiertes Thema. Die Geschichte reicht auf den 1. Juni 1889 zurück als Charles-Édouard Brown-Séquard vor der französischen Biologischen Gesellschaft bekannt gab einen wahren Jungbrunnen entdeckt zu haben. Damals war der Neurologe 72 Jahre alt und hatte sich laut eigener Angabe mehrfach einen Extrakt gespritzt, den er aus Hoden von Meerscheinchen und Hunden gewonnen hatte. Er schwärmte von den positiven Wirkungen und meinte er sein nun geistig aktiver und auch gesundheitliche Probleme haben sich minimiert. 

Zwar wurden seine Beobachtungen von vielen Kritikern bezweifelt, dennoch gilt der Franzose heute bei anderen als Begründer der auf Hormonen basierten Therapie. Aufgrund der Aussagen von Brown-Séquard machten sich viele Forscher daran, die Auswirkungen von Hormonen auf die Kraftentwicklung und die Bewahrung ewiger Jugend zu untersuchen. In den 1930er Jahren entdeckten Forscher aus Deutschland das männliche Hormon Testosteron. Ihnen gelang es das männliche Hormon synthetisch herzustellen. 

Anabole Steroide wurden in den darauffolgenden Jahren im Sport vermehrt eingesetzt, um die Leistung zu verbessern. Im Jahr 1974 wurden sie erstmals verboten: Seit damals ist es möglich, ein Nachweisverfahren für die Einnahme zu entwickeln. In Deutschland fallen anabole Steroide unter das Arzneimittelgesetz. Es ist verboten, dieses Mittel in den Verkehr zu bringen, selbst einzunehmen oder zu verkaufen. Selbst der Besitz dieser Substanz ist seit 2007 betroffen. In Deutschland werden Dopingsünder, die anabole Steroide einnehmen, mit strengen Strafen belegt. Beim erstmaligen Vergehen droht eine zweijährige Sperre, bei Wiederholungstätern kann es zu einer lebenslangen Sperre kommen. 

Wie Anabolika wirken

Unter Anabolika werden unterschiedliche Substanzen zusammengefasst, die auf künstlichem Weg hergestellt werden. Anabole Steroide, die wie bereits erwähnt auf der Dopingliste stehen, ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Es ist verwandt mit dem männlichen Hormon Testosteron, wird jedoch synthetisch erzeugt. Warum Anabolika für viele Sportler interessant sind, liegt an folgenden Gründen:

  • Anabolika führen zu einer Zunahme an Muskelmasse
  • Im Zusammenhang mit gezieltem Training kommt es durch die Einnahme von Anabolika zu einer Leistungssteigerung
  • Gleichzeitig kommt es zu einer Reduktion des Körperfettanteils
  • Doch auch Ausdauersportler erliegen dem Reiz von Anabolika: Der Grund dafür ist, dass sie länger und intensiver trainieren können

Sportler bemerken nach der Einnahme von Anabolika eine deutliche Verbesserung der Regenerationsfähigkeit. Selbst nach einer langen Trainingseinheit oder nach einem anstrengenden Wettkampf ist es möglich, im selben Umfang weiter zu trainieren. Doch selbst wenn es zu einer Leistungssteigerung kommt, sollte man bei der Einnahme von Anabolika immer auch das Risiko auf die nachhaltige Schädigung der Gesundheit bedenken. Ganz abgesehen davon, dass Doping sowohl im Hobby- als auch im Profibereich verboten ist. 

Die Nebenwirkungen von Anabolika kennen

Anabolika einnehmen und die Leistungsfähigkeit um mehrere Prozent verbessern? Diese Gedanken gehen vielen Sportlern durch den Kopf. Doch zunächst einmal stellt sich die Frage ob sich Sportler auf illegale Weise einen Vorteil verschaffen möchten. Ist der Sieg bei einem Wettkampf wirklich verdient, wenn man ihn nach der Einnahme unerlaubter Substanzen errungen hat?

Nicht nur die Frage der Ethik stellt sich beim Thema Anabolika. Auch die gesundheitlichen Risiken sind nicht außer Acht zu lassen. Immerhin kommt es bei einer regelmäßigen Einnahme zu unerwünschten Nebenwirkungen.  Bei Jugendlichen kann es zu einer Verkürzung der Wachstumsphase kommen, weil Anabolika die Verknöcherung von Knorpeln begünstigt. Bei Männern ist außerdem eine Beeinträchtigung der Spermienproduktion kommen. Im schlimmsten Fall werden Dopingsünder sogar impotent. Bei Frauen ändert sich unter Umständen die Stimmlage, auch eine vermehrte Körperbehaarung ist zu bemerken. Bei Männern und Frauen steigt das Risiko für Leberschäden und Herz-Kreislauferkrankungen. 

Eine weitere unangenehme Nebenwirkung von Anabolika ist Haarausfall. Je nach Haarfarbe hat der Mensch 90.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Untersuchungen haben ergeben, dass eine Überempfindlichkeit auf ein männliches Hormon die häufigste Ursache für Haarausfall ist. Kein Wunder also, dass Anabolika dabei eine entscheidende Rolle spielen. Besonders unangenehm bei Männern ist die so genannte Gynäkomastie. Darunter versteht man ein unnatürliches Wachstum der Brust, die ebenfalls daher rührt, dass Anabolika den gesamten Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Noch eine Nebenwirkung, die mit der Einnahme von Anabolika in Zusammenhang steht, ist die Entwicklung von Akne. Das Dopingmittel steigert die Talgproduktion und verstopfen sich die Poren, kommt es zu den unangenehmen Pusteln und entzündeten Hautstellen. Viele Gründe also, um vom Konsum anaboler Steroide abzusehen. 

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