An der Schwelle zur Praxis: Hybride BCI-Systeme erweitern Möglichkeiten

Gehirn-Computer-Schnittstellen lassen Menschen durch und mit sich selbst kommunizieren. Denn mit Hilfe dieser Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer ist es möglich, Gehirnströme von einer Elektrodenhaube in Steuersignale umzusetzen und gezielt auf eine Neuroprothese an Gliedmaßen zu übertragen, um damit zum Beispiel einen menschlichen Arm bewegen zu können. Eine spezielle Rolle spielt dabei das hybride BCI: Auf diese Weise könne ein optimales Signal aus zwei Kommunikationssystemen – BCI und Joystick – gewonnen und miteinander kombiniert werden, erklärt Gernot Müller-Putz vom Institut für Semantische Datenanalyse, der in der Forschungsgruppe von Professor Christa Neuper zum Thema hybrid BCI arbeitet. „Wir sind mit unseren Forschungen soweit, dass wir vom Labor in die klinische Praxis gehen können“, so der Wissenschafter und betont: „Querschnittgelähmte Menschen heilen zu können, liegt aber noch in ferner Zukunft.“ Vielmehr sollen BCI-Systeme Menschen mit Handicap das Leben erleichtern, indem die Steuersignale aus den Gehirnströmen gezielt auf eine Gliedmaße übertragen werden.

Zukunftsforschung aus Österreich

Müller-Putz wird im Rahmen des Symposiums „The Next Step in Neuroprosthetics and Brain-Computer Interfaces“ am kommenden Freitag einen Vortrag unter dem Titel „Future Directions in Hybrid Brain-Computer Interfaces“ halten und damit Konzepte vorstellen, die zeigen, dass BCI-Forschung an der TU Graz erfolgreich betrieben wird. Der Veranstalter der Tagung, die „American Association for the Advancement of Science“, ist die weltweit größte wissenschaftliche Gesellschaft und Herausgeber der renommierten Zeitschrift „Science“.

Rückfragen:
Assoc.-Prof. DI. Dr. Gernot R. Müller-Putz
Institut für Semantische Datenanalyse
Email:
Tel: +43 (0) 316 873 5313
Mobil: +43 (0) 650 82 18 245

Scroll to Top