Am UKL erstmals Daumen replantiert

Das Behandlungsteam zeigt sich mit dem Ergebnis der ersten Daumenreplantation kurz nach Amtsantritt von Langer sehr zufrieden. „Alles verlief reibungslos, dem Patienten geht es gut. Er wird zwar kein Konzertpianist mehr werden, aber seinen Job weiterhin wie gewohnt ausüben können“, verkündet Prof. Langer die guten Nachrichten für den selbständigen Handwerker.
Bei Arbeiten mit dem Holzspalter war dem Patienten plötzlich die Hand wegrutscht, der Daumen geriet in das Gerät und wurde abgequetscht. „Als der Patient zu uns ins UKL kam, war der Daumen zwar noch nicht ganz ab, aber schon nicht mehr durchblutet. Wir mussten den Daumen zunächst sorgfältig und sauber abtrennen“, erklärt Prof. Langer.
Bei der nachfolgenden Replantation wurden die Knochen zunächst mittels Drähten fixiert. Eine besondere Herausforderung für den Eingriff: Durch den abgequetschten Daumen waren auch sämtliche Gefäße langstreckig zerstört. „Glatte Schnitte an den Gliedmaßen, zum Beispiel nach Unfällen mit einer Kreissäge mit dünnem Sägeblatt, sind meist gute Voraussetzungen für eine gelungene Operation. Hier war das leider nicht der Fall“, so Prof. Langer. Mit Hilfe eines Operationsmikroskopes gelang es dem Chirurgen, Venen aus dem Unterarm zu transplantieren, die die zerstörten Gefäße im Daumen ersetzen und dafür sorgen, dass das Amputat künftig wieder ganz normal durchblutet wird.
In der Handchirurgie gilt der Erhalt des Daumens als besonders wichtig, da durch ihn erst das Greifen mit der Hand möglich wird. Dass der Patient dazu künftig in der Lage sein wird, davon ist Experte Prof. Langer überzeugt. „Ich denke, dass der Patient nach erfolgreicher Reha in einigen Wochen wieder ganz normal seiner Arbeit nachgehen kann.“

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