Am Rande der Gesellschaft? Mitten im Leben! Gerontopsychiatrische Hochschulambulanz öffnet in Ulm

Die Zahl der alten Menschen in Deutschland nimmt zu, dieser Entwicklung muss sich auch die Medizin stellen. Neben organischen Störungen stehen dabei auch psychische und neuropsychiatrische Erkrankungen im Fokus, sie werden in den nächsten 10 bis 20 Jahren um 10 bis 20 Prozent zunehmen, bei den über 85-Jährigen sogar um 50 Prozent.

Die neu eingerichtete Gerontopsychiatrische Hochschulambulanz ist Anlaufstelle für Menschen mit altersbezogenen psychischen und neuropsychiatrischen Erkrankungen. „Dazu gehören beispielsweise Demenz, Alzheimer und weitere Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Auch Depressionen spielen im Alter eine große Rolle, gerade bei älteren Männern können sie bis zur Selbstmordgefährdung führen. Auch Wahnsymptome und Sucht haben im Alter eine spezielle Ausprägung“, erläutert Prof. Dr. Matthias Riepe, Leiter der Sektion Gerontopsychiatrie der Universitätsklinik für Psychiatrie II, einer der bundesweit nur drei ordentlichen Professoren für Gerontopsychiatrie. „Ältere Menschen brauchen eine auf sie zugeschnittene Versorgung, die das Wissen der Psychiatrie mit dem der Geriatrie vereinbart und in der Gerontopsychiatrie angeboten wird“, so Riepe.

In der Ambulanz arbeiten speziell geschulte Psychiater mit einem multiprofessionellen Team zusammen, um durch gezielte Diagnostik die passende altersgerechte Therapie zu finden, die dann in der Ambulanz oder bei Bedarf tagesklinisch oder stationär in der Abteilung Gerontosychiatrie der Psychiatrie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg durchgeführt wird. „Wichtig ist uns dabei, die Lebensperspektive der alten Menschen einzubeziehen und zu fragen, was ihre Qualität des Lebens erhält oder steigert. Dabei arbeiten wir auch eng mit den Angehörigen sowie Sozialdiensten und anderen Einrichtungen zusammen“, erklärt Professor Riepe.

Die Ambulanz gehört organisatorisch zur Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Thomas Becker), die ihren Sitz am Bezirkskrankenhaus Günzburg hat. Räumlich ist sie in Ulm an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Manfred Spitzer) am Safranberg angesiedelt.

Am Donnerstag, den 1. Juli 2010, ist die Öffentlichkeit herzlich ins Ulmer Stadthaus eingeladen, um mehr über neuropsychiatrische Erkrankungen im Alter zu erfahren. Wie geht man mit Gedächtnisstörungen um? Was bedeutet es, wenn die kognitiven Fähigkeiten nachlassen? Welche medizinischen Möglichkeiten gibt es? Vortragende sind u. a. Professor Riepe und Prof. Dr. Manfred Spitzer. Eine Podiumsdiskussion u. a. mit Ulms Sozialbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle fragt: „Können wir uns das Altern leisten?“

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
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(idw, 06/2010)

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