Am Patienten orientiert

Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über chronische Rückenschmerzen bis zu Ängsten am Arbeitsplatz reicht das Themenspektrum rehabilitationswissenschaftlicher Forschung, die die Universität Potsdam in Kooperation mit Rehabilitationskliniken in Berlin und Brandenburg betreibt. Auf dem Herbsttreffen des Netzwerks forschender Rehabilitationskliniken, zu dem Prof. Dr. med. Heinz Völler von der Universität Potsdam in die Klinik am See nach Rüdersdorf eingeladen hatte, wurden erste gemeinsame Projekte vorgestellt.

Die Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften im Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften an der Universität Potsdam hat im Sommersemester ihre Arbeit aufgenommen. „Damit ist einerseits die Rehabilitation in der Lehre verankert, andererseits kann sich das Netzwerk forschender Rehabilitationskliniken in Berlin und Brandenburg auf die wissenschaftliche Expertise der psychologischen, soziologischen, sportwissenschaftlichen und kognitiven Fachbereiche stützen“, so Prof. Dr. med. Heinz Völler, Inhaber der Stiftungsprofessur und Ärztlicher Direktor der Klinik am See in Rüdersdorf, wo jetzt beim Herbsttreffen des Netzwerks erste gemeinsame Forschungsprojekte vorgestellt wurden.
Völler selbst präsentierte ein Projekt aus der Kardiologie: Untersucht werden Daten von 1100 Patienten, bei denen nach einer akuten Herz-Kreislauf-Erkrankung in der Rehabilitation eine Spiroergometrie durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler interessiert, ob die in der Untersuchung ermittelten Leistungsparameter eine Vorhersage für ihren beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen. In einem weiteren Projekt soll der Einfluss der sozialen Situation von Patienten auf deren Genesung erforscht werden.
Um kritische Verlaufspunkte und die Anhäufung von Risiken in der Entwicklung und dem Langzeitverlauf orthopädischer Erkrankungen geht es in einer Studie, die die Professorin für Sport- und Gesundheitssoziologie der Universität Potsdam, Prof. Dr. Pia-Maria Wippert, mit ihrem Team in Kooperation mit den MEDIAN Kliniken Hoppegarten und Berlin Kladow durchführt. Hier stehen insbesondere auch psychosoziale Faktoren bei chronischen Rückenschmerzen im Blickfeld. Mit Ängsten am Arbeitsplatz beschäftigt sich hingegen eine Untersuchung, die Dr. Beate Muschalla vom Department Psychologie der Universität Potsdam vorstellte. Dabei soll eine in der Brandenburg Klinik Bernau angewandte Gruppentherapie evaluiert werden. Ziel ist es, mit den Patienten Fähigkeiten zur Arbeitsbewältigung zu trainieren und somit ihre berufliche und soziale Reintegration zu fördern.
Um den für die medizinische Rehabilitationswissenschaft notwendigen Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in den klinischen Alltag zu gewährleisten, treffen sich die Ärzte und Wissenschaftler des Netzwerks forschender Rehabilitationskliniken künftig in halbjährlichen Abständen zum Austausch von Erfahrungen, Ergebnissen und Forschungsansätzen. Die nächste Zusammenkunft findet im März 2013 in der Brandenburg Klinik Bernau statt, die neben der Klinik am See Rüdersdorf und der MEDIAN Kliniken GmbH & Co. KG. zu den Stifterunternehmen der Professur für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam gehört. Auf der Grundlage der 2010 vereinbarten Kooperation verfolgen sie gemeinsam mit der Universität Potsdam das Ziel, die Forschung in der Rehabilitationsmedizin unter besonderer Berücksichtigung chronischer Krankheiten zu fördern und auszubauen.

Hinweis an die Redaktionen:

Kontakt: Prof. Dr. med. Heinz Völler, Professur für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam und Ärztlicher Direktor der Klinik am See, Rüdersdorf,
Tel. 033638 78-623 bzw. 0331/977-4062, E-Mail: heinz.voeller@klinikamsee.com bzw. voeller@uni-potsdam.de

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